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Zukünftige Therapielösung für Morbus Chagas?

Zukünftige Therapielösung für Morbus Chagas?
Zuckermolekül als Energiequelle

 

Fast 18 Millionen Menschen sind mit der, hauptsächlich in Mittel- und Südamerika verbreiteten, Chagaskrankheit (auch Mb. Chagas oder Amerikanische bzw. Südamerikanische Schlafkrankheit genannt) infiziert.
Dem Team um Prof. Dr. Ralf Erdmann von der Ruhr-Universität Bochum sowie Prof. Dr. Michael Sattler und Dr. Grzegorz Popowicz vom Helmholtz-Zentrum München, gelang es in Kooperation mit der Technischen Universität München, mittels modernster Verfahren die Strukturbiologie des verantwortlichen Parasiten Trypanosoma cruzi zu entschlüsseln und somit einen Angriffspunkt zu entdecken, berichtet die internationale Top-Zeitschrift „Science“.

 

 

Glykosehaushalt muss gestört werden

Der Einzeller Trypanosoma cruzi ist verantwortlichen für die Chagaskrankheit, bei der es sich um eine Infektionskrankheit (Parasitose) handelt. Meist durch die nachtaktive Raubwanze übertragen, besitzen diese Parasiten spezielle Zellkompartimente (Glykosome) für den lebensnotwenigen Zuckerabbau. Für diesen Vorgang bedarf es einer komplexen Transportmaschinerie für Proteine, und genau diese heißt es zu unterbrechen. Dies gelang dem Forscher-Team, indem sie das Zusammenspiel der beiden wichtigen Proteine PEX14 und PEX5 massiv störten und somit den Einzeller abtöteten.

Es gilt das Potenzial der Studie auszuloten

Die vorliegenden Ergebnisse stammen aus einer „Machbarkeitsstudie“ (Projektstudie), was bedeutet, dass diese nur eine Möglichkeit darlegen, wie der Wirkmechanismus des zukünftigen Medikamentes aussehen könnte. Anhand dieses neuen Therapieansatzes gilt es nun, das Potenzial für die klinische Anwendung auszuloten, so die Universität Bochum.

 

Quelle: München (APA), http://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2017-03-31-proteinimport-neuer-therapieansatz-fuer-parasitenkrankheiten, http://science.sciencemag.org/content/355/6332/1416 , Zugang 14.04.2017

Foto: promotive / 123RF

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