Antirheumatika kombiniert mit Protonenpumpenhemmer können Darm schädigen
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21.04.17
CredoMedia - Medizin Aktuell
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Antirheumatika kombiniert mit Protonenpumpenhemmer können Darm schädigen

Antirheumatika kombiniert mit Protonenpumpenhemmer können Darm schädigen

Darm-Antibiotikum könnte als Gegenmittel wirken. Weitere Forschung muss diese Vermutung noch klären

Die kombinierte Einnahme von Antirheumatika und Protonenpumpenhemmer kann den Darm schädigen. Das haben Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien in einer Studie bewiesen. Möglicherweise wäre ein Darmantibiotikum zusätzlich wiederum ein Gegenmittel, schreiben die Studienautoren in einem Artikel in "Gastroenterology".

Der unreflektierte Einsatz von Protonenpumpenhemmer steht bereits seit einiger Zeit wegen potenzieller Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, wegen möglicher Allergieentstehung und der Beseitigung der natürlichen Keimbarriere durch die Magensäure im Mittelpunkt von medizinischen Diskussionen.

Das Antibiotikum Rifaximin zeigt in Tiermodellen eine günstige Wirkung für den Darmschutz

Die Wissenschaftler untersuchten 60 gesunde Probanden über einen Zeitraum von vierzehn Tagen, bei denen die medikamentös bedingten Reaktionen im Darm mittels bildgebender Kapselendoskopie überprüft wurden. Die Testpersonen wurden zunächst untersucht und dann in zwei Gruppen unterteilt. Einer Gruppe wurden die Wirkstoffe Diclofenac
(Antirheumatikum) und Omeprazol (Protonenpumpenhemmer) verabreicht und zusätzlich das Antibiotikum Rifaximin, das in Tiermodellen eine günstige Wirkung für den Darmschutz gezeigt hat.

Die andere Gruppe erhielt anstelle von Rifaximin ein Placebo. Bei etwa einem Drittel aus der zweiten Gruppe wurden nach zwei Wochen anhand einer weiteren Kapselendoskopie markante Entzündungen im Dünndarm festgestellt. Die andere Gruppe der Probanden, die zusätzlich Rifaximin erhalten hatte, wies signifikant weniger entzündliche Veränderungen auf, und wenn, dann waren diese weniger schwer.

Neue Studie geplant

Als nächsten Schritt soll nun eine Studie erfolgen, die das Therapiekonzept an regelmäßigen Anwendern von Antirheumatika untersuchen soll. Rifaximin ist ein Antibiotikum, das ausschließlich im Darm wirkt und nicht resorbiert wird. Ob ein solches Vorgehen bei weltweit Millionen Menschen anwendbar ist, welche weltweit ziemlich regelmäßig nichtsteroidale Antirheumatika einnehmen, ist nicht geklärt.

Quelle: Gastroenterology

Bildquelle: shutterstock

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