Nierenerkrankungen werden unterschätzt
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24.04
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Nierenerkrankungen werden unterschätzt

Nierenerkrankungen werden unterschätzt

Eine Million Todesfälle global im Jahr sind der Internationalen Gesellschaft für Nierenheilkunde zu viel. Sie ortet Versagen der Politik

Weltweit stirbt jährlich rund eine Million Menschen an Nierenversagen. Forscher sind angesichts dieser von der Internationalen Gesellschaft für Nierenheilkunde (ISN) vorgelegten Zahlen besorgt und sprechen bereits von einer "stillen Epidemie". Das Versagen bei der Prävention sehen sie bei der Politik.

Laut dem ISN-Bericht leiden zehn Prozent der Weltbevölkerung an einer chronischen Niereninsuffizienz. Neun von zehn Betroffenen würden davon aber nichts wissen. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann es zu einem tödlichen Nierenversagen kommen. Pro Jahr sterben weltweit schätzungsweise eine Million Menschen an Nierenversagen.

"Im Anfangsstadium können Patienten mit blutdrucksenkenden Medikamenten und einer Diät behandelt werden", sagte ISN-Präsidentin Adeera Levin. "Deshalb ist es wichtig, dass alle Länder mehr für Früherkennung und Behandlung tun."

Kommt es zum Nierenversagen, sind teure Dialysebehandlungen oder Transplantationen nötig. Obwohl in reichen Staaten die Kosten für Dialyse und Transplantation besonders hoch sind, haben lediglich 29 Prozent dieser Länder den Kampf gegen Nierenerkrankungen zu einer Priorität erklärt, schreiben die Autoren des Berichts. Dagegen sehen 59 Prozent der ärmeren Länder in den Erkrankungen ein ernst zunehmendes Problem.

Wichtig ist nach Einschätzung von Experten vor allem eine frühe Diagnose. "Mangelndes Bewusstsein für Nierenerkrankungen unter Patienten und Ärzten sowie fast keine Symptome im Frühstadium führen dazu, dass die Nierenfunktion bereits stark eingeschränkt ist, wenn erste Beschwerden auftreten", sagt der Nephrologe David Johnson von der Universität Queensland in Australien.

"Deshalb empfehlen wir Menschen aus den Risikogruppen, ihren Hausarzt um eine Nierenuntersuchung zu bitten. Man braucht nur einfache Blut- und Urintests und eine Blutdruckmessung", so Johnson.

Quelle: ISN-Bericht/APA

Bildquelle: APA/ROLAND SCHLAGER

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