Höchstrisikopatienten: Körpereigener Biomarker proBNP gibt Hinweis auf Sterberisiko
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Höchstrisikopatienten: Körpereigener Biomarker proBNP gibt Hinweis auf Sterberisiko

Höchstrisikopatienten: Körpereigener Biomarker proBNP gibt Hinweis auf Sterberisiko

Das wurde von der Österreichischen Kardiologengesellschaft zum ESC Kongress 2017 (26. bis 30. 8., Barcelona) bekannt gemacht

Bei Höchstrisikopatienten mit der Kombination von Diabetes und Herzkrankgefäßerkrankung ist das vom Herzmuskel gebildete proBNP (B type natriuretic peptide) ein wichtiger prognostischer Marker für kardiovaskuläre Todesfälle.

"Die Prognose dieser Patienten ist deutlich besser bei niedrigerem proBNP, bei hohem proBNP sterben über sechs Jahre etwa ein Viertel der Patienten", berichtet Prof. Dr. Christoph Säly (VIVIT-Institut Feldkirch, Österreich) auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC). "ProBNP ist bereits jetzt ein Routine-Parameter, der in jedem größeren Labor bestimmt werden kann. Von unseren Ergebnissen können Ärzte und Patienten deshalb bereits jetzt profitieren: Durch die Bestimmung des proBNP kann das individuelle Risiko besser abgeschätzt werden."

Das pro B type natriuretic peptide (proBNP) ist ein vom Herzmuskel gebildeter Biomarker, der im Blut bestimmt werden kann und in der aktuellen Klinik zur Diagnose einer Herzschwäche bestimmt wird. Prof. Saely: "Unklar war, ob proBNP auch bei Patienten mit der Kombination von Diabetes und Herzkranzgefäßerkrankung die Herzkreislaufsterblichkeit vorhersagen kann. Das ist sehr wichtig, weil Patienten mit dieser Kombination von Diabetes und Herzkranzgefäßerkrankung ein besonders hohes Risiko für Herzkreislaufereignisse haben."

Das Risiko von Diabetespatienten war also insgesamt mehr als doppelt so hoch

Am VIVIT-Institut wurde im Rahmen einer großen Studie mit über 2000 Teilnehmern bei 600 Patienten mit im Herzkatheter nachgewiesener Verengung der Herzkrankgefäße das proBNP bestimmt. Diese Patienten wurden über einen Zeitraum von 6 Jahren nachuntersucht, das Auftreten von Herzkreislaufereignissen wurde erfasst. Fazit: proBNP war bei Studienbeginn höher bei Patienten mit Diabetes als bei jenen, die keinen Diabetes hatten. Todesfälle durch Herz-Kreislaufereignisse traten bei 14 Prozent der Herzpatienten mit Diabetes und bei 6 Prozent der Herzpatienten ohne Diabetes auf - das Risiko von Diabetespatienten war also insgesamt mehr als doppelt so hoch wie jenes von Patienten ohne Diabetes.

Sowohl bei Patienten mit als auch bei Patienten ohne Diabetes stieg das Risiko für durch Herzkreislauferkrankungen bedingte Todesfälle mit steigendem proBNP. Während Diabetes-Patienten im untersten Drittel der proBNP Werte nur ein 2-prozentiges Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben hatten, lag dieses Risiko bei Diabetes-Patienten mit proBNP Werten im höchsten Drittel bei 23 Prozent. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich bei Patienten ohne Diabetes.

Prof. Säly: "Zukünftige Studien müssen zeigen, inwieweit die proBNP Werte einen Einfluss auf die Behandlung von Herzpatienten mit Diabetes haben sollen."

Quelle: ESC Abstract 2017 P1545 Saely et al: Type 2 diabetes, chronic kidney disease, and mortality in patients with established cardiovascular disease; European Heart Journal (2017) 38 (Supplement) 710/ B&K

Bildquelle: shutterstock

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