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Verdauungsprobleme und Probiotika

Verdauungsprobleme und Probiotika

Wir kennen zahlreiche Auslöser von Verdauungsproblemen – einige davon sind die sog. „Nahrungsmittelintoleranzen“. Wann sollte man bei Verdauungsproblemen zum Arzt und wie kann man selbst die Verdauung fördern? Erfahren Sie hier!


Verdauungsprobleme: die Auslöser

 

Es gibt viele Gründe, warum Verdauungsprobleme auftreten können. Einerseits führen Bewegungsmangel, falsche Trinkgewohnheiten, einseitige Ernährung, der Gebrauch von Medikamenten oder auch Stress zu Verdauungsstörungen. Andererseits können diese ebenfalls von Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen ausgelöst werden.

 

Bei Nahrungsmittelallergien kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems ausgelöst durch Eiweißbestandteile in den Nahrungsmitteln. Die Beschwerden treten oft erst Tage nach dem Verzehr entsprechender Nahrungsmittel auf, und sind kaum richtig zuzuordnen. Wir bieten in unserer Apotheke eine Untersuchung von Nahrungsmittelallergien an.

 

Nahrungsmittelintoleranz: ein echtes Volksleiden?

 

Nahrungsmittelintoleranzen wie zum Beispiel Laktose, beruhen auf enzymatischen Ursachen. Bei Laktose wird das Enzym Laktase nicht ausreichend produziert, als Folge kann der Milchzucker nicht entsprechend aufgespalten werden. Die Darmbakterien zersetzen stattdessen die Laktose und es kommt zu starken Blähungen und Durchfall.

 

Bei der Histaminintoleranz ist das Enzym Diaminoxidase für den Abbau von Histamin nötig. Wird mit der Nahrung in Form von z.B. Käse oder Rotwein zu viel Histamin zugeführt, sind die DAO- Enzyme überlastet und können das Histamin nicht mehr ausreichend abbauen. Es kommt unter anderem zu Bauch.- und Kopfschmerzen, Hautausschlägen, Juckreiz, rinnender Nase oder Durchfall.

 

Bei der Fruktoseintoleranz unterscheidet man zwischen der Fruktosemalabsorption, bei der der Fruchtzucker nicht richtig aufgenommen wird und der erblich bedingten Fruktoseintoleranz. Blähungen, Bauchkrämpfe und Übelkeit treten nach dem Verzehr von Obst, Fruchtsäften, Marmelade aber auch von gewissen Gemüsesorten auf.

 

Eine Glutenunverträglichkeit ist eine Intoleranz gegenüber dem Klebereiweiß Gluten. Dieses kommt in vielen Getreidearten wie Roggen, Dinkel, Hafer und Weizen vor.
Bei der schwersten Form, der Zöliakie, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung.

 

Es ist in jedem Fall wichtig, sich bei andauernden Beschwerden von einem Arzt oder Apotheker beraten zu lassen. Entsprechend der Beschwerden werden unterschiedliche Untersuchungen und Tests durchgeführt. Deren Ergebnis bildet die Basis für eine langfristige und wirksame Verbesserung.

 

Selbsthilfe für bessere Verdauung

 

Abgesehen von der Ernährungsumstellung bei Unverträglichkeiten und Intoleranzen kann der Verdauungsapparat mit einfachen Maßnahmen positiv unterstützt werden.

 

  • Ganz wichtig ist das richtige Trinkverhalten. Trinken Sie 2 Liter frisches Wasser täglich schluckweise und bewusst.
  • Nehmen Sie sich Zeit zum Essen. Ruhe und Entspannung mit genügend Muße zum ausreichenden Kauen sind wichtige Faktoren für eine gute Verdauung.  Frisches Gemüse, Obst  und Vollkornprodukte regen mit ihren Ballaststoffen die Darmtätigkeit an, während Zucker, Fett und Alkohol die Darmträgheit fördern. Verzichten Sie auf Konservierungsmittel in Ihrem Essen. Diese nehmen den Lebensmitteln alles Lebendige und damit Gesunde.
  • Bewegen Sie sich täglich, um der Verdauungsarbeit wichtige Impulse zu geben. Dadurch kommt unser Körper in Schwung und die Verdauungsorgane werden aktiviert.
  • Setzen Sie sich beim Stuhlgang mit aufrechtem Oberkörper hin. Vermeiden Sie zu pressen, das fördert die Bildung von Hämorrhoiden. Stellen Sie die Beine auf ein Stockerl, damit erleichtern Sie den Stuhlgang.
  • Verzichten Sie auf Abführmittel, diese verhindern bei häufiger Anwendung eine natürliche Stuhlregulierung.
  • Unterstützen Sie mit der Einnahme von aktiven Darmbakterien den möglichen Verlust der durch falsche Ernährung und Stress entsteht.
Hilfe aus der Natur: probiotische Lebensmittel

 

Probiotika: Bedeutung und Wirkung

 

„Pro Bios“ heißt „Für das Leben“. Neben der Nahrungsaufnahme und Ausscheidung hat unser Darm eine große Bedeutung für unser Immunsystem. Etwa 100 Billionen Bakterien unterstützen uns zur Aufrechterhaltung unserer Gesundheit. Bei seiner Arbeit wird der Darm von etwa 500 Bakterienarten unterstützt. Zwischen unserem Organismus und den bakteriellen Mitbewohnern besteht eine  lebenslange intensive Wechselbeziehung. Durch Medikamente, Dauerstress und den bereits genannten Faktoren wird diese Symbiose gestört.

 

Die Besiedelung zwischen „guten“ und „schlechten“ Darmbakterien gerät ins Wanken. Unsere Darmbarriere, die Darmschleimhaut, wird durchlässig für Toxine, pathogene Keime und Allergene. Damit wird unser Immunsystem geschwächt. Durch die Zufuhr von probiotischen Darmbakterien erhalten die „guten“ Darmbakterien wichtige Unterstützung. Einige helfen rasch bei Durchfallerkrankungen und sind wichtig bei der Verordnung von Antibiotika. Andere wirken entzündungshemmend und reduzieren die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen.

 

Ein großer Teil unserer Darmbakterien kann nicht im Labor gezüchtet und eingenommen werden, da er keinen Sauerstoff verträgt also anaerobe Bedingungen braucht. Sobald er mit Sauerstoff in Kontakt kommt stirbt er. Mit unverdaulichen Ballaststoffen können wir den Bakterien eine Nahrungsquelle anbieten, in der sie sich optimal vermehren können. Man spricht von Präbiotika die von den Darmbakterien als Energiequellen verwertet werden, und deren Aktivität anregen.

Mit Multispezies Probiotika in Verbindung mit Präbiotika, diese gemeinsam werden Synbiotika bezeichnet, kann die Resorption von Vitalstoffen auch im hohen Alter optimal unterstützt werden. Spezielle Multispecies-Synbiotika können unsere Verdauung bei Reisen ins Ausland und dem Kontakt mit fremden Keimen wirksam unterstützen.

 

Andere Probiotika unterstützen die Vaginalflora und  verhindern das Ansiedeln von schädlichen Keimen und Pilzen. Bei Leberfunktionsstörungen kann durch den Einsatz bestimmter Probiotika eine wirksame Verbesserung erzielt werden. Das Gleiche gilt für Migräneattacken. Auch hier können die richtigen Probiotika eine spürbare Reduktion der Beschwerden bewirken.

Sie sehen die Bandbreite für den Einsatz der Probiotika ist sehr groß.

 

Andere Hilfsmittel zur Verbesserung der Verdauung

 

Wichtig ist den Darm immer wieder von Giftstoffen und Fäulniskeimen zu befreien. Mit einer gezielten Darmreinigung wird unser Körper bzw. eine gute Verdauung optimal unterstützt. Wir beraten Sie gerne bei der für Sie besten Auswahl der unzähligen Produkte.

Mit Basenpulver, Basenkapseln und einem Basen Tee kann unser Körper wirksam entsäuern. Alte Schlacken im Darm werden ausgeschieden und die Funktion aller Stoffwechselwege wird verbessert.

 

Wir bieten lösliche Ballaststoffe als eine willkommene Futterquelle für unsere guten Darmbakterien an. Bei der Verwendung von Flohsamen bzw. Flohsamenschalen muss auf eine richtige Trinkmenge geachtet werden. Mit der Verwendung von Enzymen verbessert sich unsere Verdauungsarbeit. Ebenso kurbeln Magnesium und Vitamin C höher dosiert die Verdauung an. Mit unterschiedlichen Pflanzenextrakten können wir eine rasche und wirksame Hilfe bei Verdauungsstörungen anbieten. Nicht zu vergessen sind unsere wirksamen Teemischungen die wir für Ihre jeweiligen Bedürfnisse individuell zusammenstellen.

Kommentare

26 Aug 2018 18:22
Dr. Kurt Usar
26 Aug 2018 18:22

das Mikrobiom ist eines der spannendsten Forschungsgebiete der letzten Jahre,die steir.Kammer hat zum Thema schon FB ausgerichtet u wird dies,ev auch in den Bezirken,wieder tun,ein sehr zukunftsträchtiges u therapeutisch wichtiges Thema