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Interventionelle Radiologie - Vermehrte Anwendung bei Krebs

Interventionelle Radiologie - Vermehrte Anwendung bei Krebs

Experten betonen die Bedeutung von Radiofrequenz-, Mikrowellentherapie, hoch-intensiver fokussierter Ultraschall und die Kryoablation mit flüssigem Stickstoff


Die interventionelle Radiologie verschafft sich mehr Anwendungsgebiete in der Onkologie. Experten der Österreichischen Röntgengesellschaft betonten am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien vor allem das "Verkochen" von Primärtumoren und Metastasen per Radiofrequenz.

Behandlung zur Ablation der Lebermetastasen steigt die Überlebensrate

"Patienten mit Dickdarm- oder Enddarmkrebs entwickeln zu 30 bis 40 Prozent Lebermetastasen. 20 bis 25 Prozent der Patienten haben sie schon zum Zeitpunkt der Diagnose. Tut man nichts, haben die Betroffenen eine durchschnittliche Überlebensrate von einem Jahr. Bei einer Behandlung zur Ablation der Lebermetastasen (per interventioneller Radiologie; Anm.) liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 45 bis 55 Prozent", sagte Helmut Schöllnast von der Universitätsklinik Graz.

Radiofrequenz-, Mikrowellentherapie, hoch-intensiver fokussierter Ultraschall und die Kryoablation mit flüssigem Stickstoff sind als lokale und unter Ultraschall- oder Magnetresonanzbeobachtung extrem genau einsetzbare Therapie zum "Verkochen" des Tumors immer häufiger eine Alternative zur herkömmlichen Chirurgie. Der Vorteil bei immer mehr Anwendungen laut Reto Bale (MedUni Innsbruck) und Joachim Kettenbach (LKH Wiener Neustadt): Der Eingriff erfolgt per Katheter und nicht mit einem großen Schnitt. Die Chirurgie kommt an viele Tumorlokalisationen nur schlecht heran. Es kommt zu einem höheren Gewebeverlust.

Die Erfolgsraten sind mit jenen der Chirurgie vergleichbar

Die Erfolgsraten der interventionellen Radiologie in der Entfernung von Lebertumoren bzw. Metastasen in dem Organ sind mit jenen der Chirurgie vergleichbar. "Bei einem Tumordurchmesser von weniger als drei Zentimetern haben wir Lokalrezidivraten (Wiederauftauchen des Tumors; Anm.) von 14,8 Prozent, bei Tumoren von mehr als fünf Zentimetern Größe eine Rezidivrate von 14 Prozent", sagte Bale. In der Chirurgie betrage die Häufigkeit solcher Rückfälle zwölf bis 46 Prozent.

Bei größeren Tumoren und Metastasen kommen bei der Radiofrequenzablation per hochfrequentem Wechselstrom mittlerweile mehrere Nadeln zum Behandeln eines größeren Gewebevolumens zum Einsatz. In der Diagnostik bedeutet das die Notwendigkeit des Erstellens eines 3D-Bildes und eine entsprechende Navigation beim Anlegen der Radiofrequenz-Sonden. Die Patienten können bereits nach einem Tag aus dem Spital entlassen werden.

Quelle: APAMED

Bildquelle: Universitätsklinikum Bochum

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