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Morbus Bechterew: Rheuma der Wirbelsäule

Morbus Bechterew: Rheuma der Wirbelsäule

In Österreich leiden rund 60.000 Menschen an chronisch-entzündlichem Rückenschmerz - betroffen sind oft sehr junge Menschen.


Morbus Bechterew, auch als axiale Spondyloarthritis bekannt, ist eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, die unbehandelt zu einer zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule führt. Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil ist Morbus Bechterew keine typische Alterskrankheit. Die ersten Symptome treten am häufigsten zwischen dem 20. und dem 35. Lebensjahr auf. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 26 Jahren. Derzeit stehen in Österreich den rund 60.000 Betroffenen nur 170 speziell ausgebildete Fachärzte für Rheumatologie gegenüber. Männer erkranken rund drei Mal so häufig wie Frauen. 

 

Morbus Bechterew zählt zu den Autoimmunerkrankungen – durch eine Fehlfunktion des Immunsystems werden Entzündungsprozesse im Körper hervorgerufen. Die Erkrankung verläuft von Patient zu Patient unterschiedlich, akute Phasen wechseln mit beschwerdefreien ab. Ein Symptom tritt allerdings immer auf: der tiefsitzende, vor allem in der Nacht auftretender Rückenschmerz.

 

Erste unspezifische Anzeichen sind meist Rücken, Hüft-, Knie- oder Schulterschmerzen, häufig begleitet von Gewichtsverlust, Stimmungsschwankungen und Müdigkeit. Im Spätstadium können Verknöcherungen zwischen den Wirbelkörpern entstehen - bis hin zur kompletten Versteifung der Wirbelsäule. Häufig entwickeln unbehandelte Patienten eine typische Körperhaltung: Die Lendenwirbelsäule verliert ihre natürliche geschwungene Form, wird gerade, die Brustwirbelsäule krümmt sich, es entsteht ein Buckel. 

 

Morbus Bechterew kann zu einer beträchtlichen Einschränkung der Lebensqualität, bis hin zur völligen Arbeitsunfähigkeit führen. Umso wichtiger ist es, dass die Krankheit rechzeitig behandelt wird und der Patient somit den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen kann.

 

Gegen Schmerzen und Steifheit verordnen Ärzte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), aber mehr als die Hälfte der Patienten nimmt diese Mittel nicht regelmäßig - etwa dann, wenn die Beschwerden relativ gering sind oder wenn andere Arzneimittel, wie die Biotechnologie-TNF-Blocker, einnehmen. Neben der entzündungshemmenden Schmerztherapie (vor allem NSAR) steht in der Behandlung des Morbus Bechterew die Bewegungstherapie ganz oben.

Quelle: APA

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