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Österreichweit erste voll automatisierte Laborstraße in Graz

Österreichweit erste voll automatisierte Laborstraße in Graz

Schneller, mehr, besser als bisher: In Kliniken stehen mikrobiologische Labors heute vor großen Herausforderungen. Durch den Einsatz voll automatisierter Laborstraßen (Total Lab Automation, TLA) will man den steigenden Anforderungen in der klinischen Bakteriologie gerecht werden. Die österreichweit erste TLA für mikrobiologische Kulturen wurde am Montag, 29.10., an der Med Uni Graz eröffnet.

"Die stetig steigende Zahl von Proben, Kostendruck und die Notwendigkeit kontinuierlich neue Testmethoden zu etablieren, führen dazu, dass mit knapper werdenden Ressourcen immer mehr erreicht werden muss,

erklärte Ivo Steinmetz, Vorstand am Diagnostik- und Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Med Uni Graz.

 

Dort wurde die österreichweit erste voll automatisierte Laborstraße für mikrobiologisch-kulturelle Verfahren installiert. Der Großteil der bakteriologischen Patientenproben wird somit in Zukunft automatisiert erfolgen. Mit einem Symposium zum Thema "Mikrobiologie in Klinik und Praxis" wurde die Laborstraße am Montag, 29.10., erstmals öffentlich vorgestellt.

 

Traditionell sind in mikrobiologischen Labors eine Vielzahl von manuellen Schritten notwendig. Für die Begutachtung von gewachsenen Bakterienkolonien mussten beispielsweise im Diagnostiklabor täglich Hunderte einzelner Kulturplatten in die Hand genommen werden, um die Ergebnisse zu protokollieren.

Ziel: Bakterienkulturen aus Proben automatisiert anzulegen

Laut Med-Uni Graz umfasst die neu installierte Laborstraße miteinander verbundene Module, um Bakterienkulturen aus Proben automatisiert anzulegen, zu inkubieren und an angeschlossene Arbeitsplätze weiter zu transportieren. Gleichzeitig werden digitale Bilder für die Begutachtung der Ergebnisse der Kulturen am Bildschirm aufgenommen und weiterverarbeitet.

 

Für den Grazer Kliniker ist die neue Infrastruktur "ein wichtiger Baustein für mehr Patientensicherheit durch optimale Dokumentation und Rückverfolgbarkeit von Proben und Diagnoseschritten". Institutsvorstand Steinmetz betonte: "Ein großer Vorteil ist die verkürzte Analysezeit."

Qualitätszuwachs in der mikrobiologischen Diagnostik

Neben einer Produktivitäts- und Effizienzsteigerung bringe die voll automatisierte Probenbearbeitung auch einen deutlichen Qualitätszuwachs in der mikrobiologischen Diagnostik. Durch die verbesserten Nachweisgrenzen und die Möglichkeit, Proben im Hochdurchsatz zu testen, werde auch die Qualität und Aussagekraft von wissenschaftlichen Studien erhöht. Wissenschaftliche Fragestellungen können laut Med-Uni nunmehr unter hervorragend standardisierten Bedingungen bearbeitet werden - beispielsweise die Testung neuer antimikrobiell wirksamer Substanzen.

Quelle: APAMED Bildquelle: shutterstock

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