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1 Jahr im Ausnahmezustand

1 Jahr im Ausnahmezustand

Am 15. März 2020 in Deutschland wurde der Lockdown und der Ausnahmezustand ausgerufen. Das war die Möglichkeit, nach der hektischen Phase zu Ruhe zu kommen. Nun hoffte ich damals, diese Menschheit kann die Zeit produktiv für die eigene Erholung nutzen und die Kräfte für den Neustart bündeln.

Pustekuchen.

Es stellte sich heraus, dass die Menschen ein wundervolles Talent haben, unzufrieden zu sein. Vor dem Lockdown waren die Kliniken und die Praxen voll mit überarbeiteten Menschen, während dessen - mit solchen die festgestellt haben, dass die 24-stündigen Elternschaft sie stark beansprucht. Schon wieder einen Grund unzufrieden zu sein. Natürlich ist das anstrengend. Allerdings die Entscheidung - ein Kind zu bekommen - beinhaltet die Anstrengung. Blöderweise gibt es niemand, der einem eine Eignung zum Eltern-werden attestiert. Es gäbe nicht viele Eltern und die Zahl der Kinder würde sich rapide verringern. Der Umfang und die Reichweite einer solchen Entscheidung wurde vor der Geburt einiger ehrgeizigen Eltern ausgeblendet. Ein Kind ist kein Statussymbol - Teil an der Gesellschaft zu sein. (Die Kinderlosen sind kein Teil der Gesellschaft.) Die Erwartungen an die Kinder sind auch merkwürdig - Aussehen, Leistungsfähigkeit, kerngesund und ohne Makeln und am liebsten keine emotionale Beanspruchung. Die Auswahl der Kinder läuft wie eine Bestellung nach einem Möbelkatalog ab. Das und das will ich bestellen und das und das - gebe ich zurück im Warenhaus. Die Rosinenpickerei ist nicht nur bei den lieben Kindern Ausmaß der Moral. Überall. So sah unsere Gesellschaft vor dem Lockdown. Eine arrogante und übersättigte Gesellschaft.

Der Stillstand warf uns auf uns selbst zurück. Es ist spannend den anderen kennenzulernen. Der Überfluss ist überall. In jedem Lebensbereich sichtlich geworden - Kultur, Gastronomie, Auto- und Flugindustrie... Der Stillstand hat diesen ausgesiebt. Tja, es ist schon traurig, dass viele Existenzen zerstört werden mussten, damit das Gleichgewicht wiederhergestellt werden kann. Manchmal muss man die Sachen fallen lassen, damit die deren richtigen Platz finden.

Das wäre schön gewesen, wenn vieles wieder im Lot gekommen wäre. Auch hier gibt es einige Unregelmäßigkeiten, die das Gleichgewicht durcheinanderbringen. Merkwürdige Unternehmen haben Finanzierungen in großer Ordnung erhalten, der Mittelstand wurde erneut beschnitten. Merkwürdige Lobbyisten setzen sich durch und bestimmen, die Ärzte kommunizieren entweder verängstigt oder mit Kraftausdrücken vom Feinsten und vermeiden der eigenen Pflicht nachzugehen. Die Maßnahmen und die Wissenschaft waren auch recht langsam und kostenspielig. Anscheinend hat es auch hier eine Notwendigkeit gegeben, das Geld von der einen in der anderen Tasche zu bewegen gegen FFP2 Masken, Schnelltest und Impfstoff. Tatsache ist: wir alle sind genau so schlau wie am Anfang der Pandemie. Der Stillstand hat eine ängstliche und unsichere Gesellschaft abgebildet - Querdenker und reichlich anderer Unsinn haben die Bühne betreten. Auf der anderen Seite auch die menschliche Selbstbezogenheit hat Vorrang. Also, entweder der Kurzschluss der Kognitionen oder / und der Egoismus bestimmten die Tage.
Sehr wenige haben sich auf sich besonnen. Die Technologien werden besser, aber die menschlichen Bedürfnisse bleiben universell. Sehr wenige haben begriffen, worauf es wirklich ankommt - Mut, Flexibilität, Zusammenhalt, Resilienz, Bodenständigkeit, Anstand, Pflichterfüllung und Nächstenliebe. Werte, die die Verwöhnung längst aufgesaugt hat, haben keine Chance auch durch einen Lock Down erhalten. Gute Besserung, liebe Menschheit, ich genieße deinen Untergang!

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