Neuer Bluttest kann Präeklampsie bei Schwangeren exakt prognostizieren
09.02.16
CredoMedia - Medizin Aktuell
CredoMedia - Medizin Aktuell
Themenseite
Neuer Bluttest kann Präeklampsie bei Schwangeren exakt prognostizieren

Neuer Bluttest kann Präeklampsie bei Schwangeren exakt prognostizieren

Sie wird als zweithäufigste Todesursache bei schwangeren Frauen gelistet und wird mit einem fehlerhaften Einwachsen der Plazenta in der Gebärmutter assoziiert. Wissenschaftler der MedUni Wien konnten nun die Biomarker identifizieren.

Als Teil einer Forschergruppe konnten Wissenschaftler der MedUni Wien die Biomarker identifizieren, mit deren Hilfe – mit einem einfachen Bluttest – die Entstehung einer Präeklampsie bei Schwangeren als Anzeichen der Erkrankung sehr zuverlässig vorhergesagt werden kann.

Präeklampsie ist gefährlich

Die Präeklampsie ist eine ernste Schwangerschaftserkrankung, welche sich nach der 20. Schwangerschaftswoche entwickelt und sich nicht unbedingt durch frühere Vorzeichen ankündigt. Sie geht mit Symptomen wie Hypertonie und Proteinurie einher.

Bisher konnte eine Präeklampsie, die bei schweren Formen bis hin zu Gehirnblutungen, Lungenödem und Nierenversagen führen kann, nur durch aufwändige Untersuchungen abgeklärt werden. Jetzt konnte ein Team rund um Harald Zeisler von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien als Teil einer internationalen Forschergruppe zeigen, dass mit Hilfe eines Bluttests ausgeschlossen werden kann, ob eine schwangere Frau mit Verdacht auf Präeklampsie innerhalb einer Woche eine Präeklampsie entwickeln wird.

Emotionaler und therapeutischer Vorteil

Bei dem Bluttest geht es konkret um den Quotienten zweier Proteine, nämlich sFLt-1 (lösliche, fms-ähnliche Tyroskinase-1) und PlGF (Plazentawachstumsfaktor). Ist der Quotient von Elecsys sFlt-1/PlGF kleiner gleich 38, so besteht zu 99,3 Prozent kein Risiko eine Präeklampsie innerhalb der nächsten Woche zu entwickeln bei Schwangeren mit Verdacht auf Präeklampsie. „Ist sFlt-1/PlGF-Quotient größer 38, so ist nicht nur mit einem höheren Risiko einer Präeklampsie innerhalb der nächsten vier Wochen zu rechnen, sondern auch mit damit verbundenen mütterlichen und kindlichen Komplikationen“, erklärt Zeisler. „Diese Risikopatientinnen sollten an ein spezialisiertes Zentrum überwiesen werden, wo sie die nötige fachärztliche Versorgung inklusive Möglichkeit der Betreuung auf einer Intensivstation erhalten können. Andererseits nimmt ein niedriger Quotient unterhalb von 38 den anderen Frauen die Angst, an einer Präeklampsie innerhalb einer Woche zu erkranken. Das ist ein großer emotionaler Vorteil.“ Schwangere mit Verdacht auf Präeklampsie können angemessen behandelt und unnötige Krankenhausaufenthalte damit vermieden werden.

Der innovative Bluttest von Roche Diagnostics wird an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien/AKH Wien natürlich bereits eingesetzt.

Service: New England Journal of Medicine

Harald Zeisler, Elisa Llurba, Frederic Chantraine, Manu Vatish, Anne Cathrine Staff, Maria Sennström, Matts Olovsson, Shaun P. Brennecke, Holger Stepan, Deirdre Allegranza, Peter Dilba, Maria Schoedl, Martin Hund and Stefan Verlohren. „Predictive Value of the sFlt-1:PlGF Ratio in Women with Suspected Preeclampsia.“ N Engl J Med 2016; 374:13-22.DOI: 10.1056/NEJMoa1414838. Die PROGNOSIS-Studie wurde von Roche gesponsert.

Quelle: http://www.meduniwien.ac.at/homepage/news-und-tops...

Kommentare