Grazer Chirurgen geben Hoffnung bei Lebermetastasen
11.03.16
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Grazer Chirurgen geben Hoffnung bei Lebermetastasen

Grazer Chirurgen geben Hoffnung bei Lebermetastasen

Der gesunde Teil der Leber kann nachwachsen, während sich der Patient im künstlichen Tiefschlaf befindet.

Sind bei Patienten beide Leberlappen von Metastasen befallen, gilt dies meist als inoperabel. Chirurgen des Grazer Universitätsklinikums geben den Betroffenen nun mit einem neuen zweiteiligen Verfahren jedoch neue Hoffnung. Bei dem "ALLPS" genannten Verfahren, kann der gesunde Teil der Leber nachwachsen, wenn die Blutzufuhr zum kranken Teil unterbrochen wird. So wurde vor etwa einem Monat ein 61-jähriger Steirer operiert, bei dem beide Leberlappen befallen waren. 

  

Das Kranke vom Gesunden trennen

"ALLPS" ist die Abkürzung von "Associating Liver Partition and Portal Vein Ligation for Staged Hepatectomy". Bei diesem Verfahren wird als erster Schritt das kranke Lebergewebe mit einem Schnitt fast vollständig vom gesunden getrennt. Von den beiden Gefäßverbindungen wird nur die arterielle aufrechterhalten, die venöse hingegen verschlossen. Dies hat zur Folge, dass das gesunde Organ stärker durchblutet wird und es dadurch zu einem regelrechten Wachstumsschub der Leber kommt. 

Beim Patienten in Graz hat sich das Volumen der Leber "in kurzer Zeit von 380 Milliliter auf 720 Milliliter nahezu verdoppelt", sagte Hans-Jörg Mischinger, Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Chirurgie. "Es war ein schwieriger Eingriff, der äußert hohe Risiken mit sich bringt. Doch wir wussten, wenn die Operation gelingt, ist der Patient gesund", so Mischinger weiter. 

Als zweiten Schritt entfernten die Chirurgen den annähernd zur Gänze abgetrennten Teil vollständig, nachdem sich das gesunde Gewebe ausreichend vermehrt hatte. 

  

Verfahren stammt aus Regensburg

An der Universität Regensburg wurde dieses Verfahren vor wenigen Jahren durch Hans Schlitt entwickelt. Es gilt als sehr risikoreich und schwierig, weshalb laut Mischinger weltweit pro Jahr lediglich "eine Handvoll" dieser Eingriffe stattfinden. 

Die Operation in Graz war jedoch zum Glück ein voller Erfolg: Nach etwa vier Wochen stationärem Aufenthalt kann der 61-jährige die Universitätsklinik als "gesunder Mann" verlassen, so die behandelnden Ärzte. 

http://derstandard.at/2000032592705/Komplizierte-O...

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