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Hepatitis A und B – Infektion mitten im Genuss

Hepatitis A und B – Infektion mitten im Genuss

Impflücken bestehen in Österreich vor allem bei Erwachsenen. Der Verein zur Förderung der Impfaufklärung weist gemeinsam mit der Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Apothekerkammer auf die Gefahr einer Infektion mit Hepatitis A und B hin.

  

Am Bild v.l.n.r.: MR Dr. Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer; Univ.-Prof. Dr. Ursula Kunze, Zentrum für Public Health der Med Uni Wien; Mag. Dr. Christiane Körner, Präsidentin des Vereins zur Förderung der Impfaufklärung; Mag. pharm. Dr. Christian Müller-Uri, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer; © Mikkelsen

  

Hepatitis A und B sind hochansteckende, durch Viren übertragene Infektionskrankheiten der Leber. Gemäß einer aktuellen Umfrage ist jeder dritte Österreicher zwischen 16 und 69 Jahren nicht vor Hepatitis A/B geschützt. Die meisten Befragten gaben an, die Infektionsrisiken ohnehin zu meiden, in dem sie keine Fernreisen machen. Viele andere beklagten, zu wenig informiert zu sein.

  

Hepatitis A und B Viren lauern auch in Österreich

„Es bestehen in Österreich beachtliche Impflücken bei den Erwachsenen. Die Ansteckungsgefahr ist für ungeschützte Personen im Ausland – aber auch im Inland – gegeben“, erklärt Mag. Dr. Christiane Körner, Präsidentin des Vereins zur Förderung der Impfaufklärung (VFI). „Es gibt noch viel zu tun, um die noch Ungeschützten über die Risiken einer Virushepatitis und die Übertragungswege zu informieren. Wer geimpft ist schützt damit nicht nur sich selbst, sondern verringert auch die Gefahr für andere, da er niemals Überträger werden kann.“

  

Hepatitis A – Infektion beim Essen

Hepatitis A wird durch mit Fäkalkeimen verunreinigte Lebensmittel übertragen. Weithin bekannt ist die Infektion durch Eiswürfel im Urlaub. Die Übertragung kann aber über zahlreiche Lebensmittel stattfinden. Das Risiko besteht neben ungenügend gegarten Meerestieren auch bei allen Speisen, die mit kontaminiertem Wasser gewaschen beziehungsweise gegossen werden, wie Salate oder Obst und Gemüse, das nicht geschält werden kann.

Frau Univ.-Prof. Dr. Ursula Kunze vom Zentrum für Public Health am Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien erläutert: „Viele bezeichnen Hepatitis A als ‚Reisekrankheit‘, weil vor allem in Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen, also bei fehlender Wasser-, Abwasser- und Abfallhygiene, Menschen mit kontaminiertem Wasser in Berührung kommen. Durch unsere hervorragende Infrastruktur in Bezug auf Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, sowie durch gesetzlich vorgegebene Hygienestandards ist das Infektionsrisiko in Österreich deutlich geringer einzustufen. Aber es kommt immer wieder zur ‚Einfuhr‘ von Hepatitis A Viren. Die Weiterverbreitung geht dann recht rasch vor sich.“

  

Hepatitis A – Infektion beim Spielen

Mittels Schmierinfektionen durch mangelnde Hygiene wird das Hepatitis A Virus ebenfalls übertragen. Zu einer Schmierinfektion kann es zum Beispiel bei der Berührung von verschmutzten Gegenständen kommen. Insbesondere Kinder können die notwendigen Hygienegebote nicht immer ausreichend einhalten. Aus diesem Grund gibt es in Kindergärten und Volksschulen immer wieder regionale Ausbrüche nach den Ferien. Zusätzlich verläuft die Erkrankung bei Kindern oft ohne auffällige Symptome, sodass sie unbemerkt zu Überträgern werden. „Daher empfiehlt der Österreichische Impfplan, Kinder noch vor dem Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen gegen Hepatitis A zu impfen, auch wenn diese Impfung im Gegensatz zur Hepatitis B Impfung nicht im Gratis-Kinderimpfprogramm enthalten ist.“, erklärt MR Dr. Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK).

  

Hepatitis B – Infektion beim Lieben

Körperflüssigkeiten sind die Übertragungssubstanzen des Hepatitis B Virus. Die Eintrittspforte sind kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut. Darum sind ungeschützte Sexualkontakte ein wichtiger Übertragungsweg. Hepatitis B ist hochinfektiös, 50 bis 100 Mal ansteckender als HIV und noch deutlich ansteckender als Hepatitis C.

  

Hepatitis B – Infektion beim Entspannen

Relativ bekannt ist noch die Übertragung des Hepatitis B Virus über Nadeln zum Beispiel beim intravenösen Drogenkonsum. Die Schlussfolgerung, dass somit auch bei Tätowier-Nadeln Vorsicht geboten ist, ist noch recht naheliegend. Aber auch Rasierklingen, Rasierapparate oder Nagelscheren können ausreichen, um das Virus zu übertragen. Deshalb ist die Hygiene bei der Fußpflege oder im Frisörsalon genauso wichtig wie im Tattoo-Studio.

  

Impfung bedeutet: Aufklären, Untersuchen, Impfen!

„Wie bei jeder Impfung liegt auch bei Hepatitis A bzw. B die Aufgabe des Arztes nicht allein im eigentlichen Impfvorgang: Jeder Impfung geht ein Arzt-Patienten-Gespräch über die Wirkung und mögliche lokale Impfreaktionen voran. Danach wird untersucht, ob der ‚Impfling‘ gesund ist, andernfalls sollte die Impfung verschoben werden.“, so Schmitzberger.

  

Apotheken bieten Impfaktion und einen elektronischen Impfpass

„Wir Apotheker sehen es als unsere Aufgabe, das Impfbewusstsein der Bevölkerung zu stärken. Aus diesem Grund rufen wir Jahr für Jahr zahlreiche Impfaktionen ins Leben. Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Hepatitis-Impfaktion“, erklärt Mag. pharm. Dr. Christian Müller-Uri, der Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer. „Mit neuen Funktionalitäten der Apo-App kann nun das eigene Smartphone auch als elektronischer Impfpass verwendet werden. Neben den Informationen zu allen Impfungen können auch persönliche Erinnerungen für die nächste Auffrischungsimpfung in der App erstellt werden. Somit wird keine Impfung mehr vergessen und der Impfschutz ist dokumentiert.“

Quelle: APA-OTS, 13.04.2016

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