Reptilien als Haustiere schleppen Allergene in unsere Wohnzimmer!
Dr. Bruno Robibaro
Dr. Bruno Robibaro
Arzt
Reptilien als Haustiere schleppen Allergene in unsere Wohnzimmer!

Reptilien als Haustiere schleppen Allergene in unsere Wohnzimmer!

Reptilien werden als Haustiere immer beliebter. In Europa hat sich die Zahl der Haustier-Reptilien wie etwa Echsen, Schildkröten oder Schlangen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Heuschrecken, die als Futter für Reptilien verwendet werden, können Allergien auslösen.

Reptilien werden aus biologischem Interesse zu Hause gehalten oder weil man Tierhaar-Allergien vermeiden möchte. Hinzu kommt der Trend, dass Reptilien zunehmend als „Kuschel-Haustiere“ missverstanden werden. Dadurch kommt es nicht nur zur Haltung im Wohnzimmer oder gar Kinderzimmern, sondern diese Tiere werden auch aus dem Terrarium entnommen, gestreichelt und herumgetragen. So entwickelte ein achtjähriger Besitzer einer Bartagame in Wien vier Monate nach der Anschaffung dieses Tieres eine schwere bronchiale Überempfindlichkeit (allergisches Asthma) mit nächtlichen Erstickungsanfällen, die fälschlicherweise als Pseudokrupp diagnostiziert wurden. Ursache für die starke allergische Reaktion war nicht die Echse, sondern Heuschrecken und Heimchen, mit denen das Tier regelmäßig gefüttert wurde. 

Zu diesem Zeitpunkt wurden gerade Laborstudien zu Insektensensibilisierungen bei Zoohandlungs-Angestellten durchgeführt. So wurde der 8-Jährige bei der Anamnese nicht nur nach Haustieren, sondern auch nach Reptilien zu Hause gefragt. Man wurde fündig und die Sensibilisierung gegen die Futtertiere konnte durch einen Prick-to-Prick Test diagnostiziert werden. 


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Das Reptil wurde aus dem Haushalt entfernt, bei einer anderen Familie im selben Haus in deren Vorzimmer untergebracht. Die Symptome legten sich schlagartig, flammten jedoch nach etwa 2 Jahren ein weiteres Mal wieder auf, nachdem der Bub diese benachbarte Familie besucht hatte. Der Besuch fand zwar lediglich an der Haustüre statt, ohne diese Räume – wegen der Angst vor allergischen  Reaktionen – zu betreten. Trotzdem führte die respiratorische Exposition zu einem nächtlichen Asthmaanfall. Tatsächlich reagierte das Kind also auch noch nach Jahren mit einer allergischen Reaktion.

Die Botschaft dieser Arbeit: Nehmen Sie in der Anamnese die Frage nach ungewöhnlichen exotischen Haustieren routinemäßig auf!

Das World Allergy Organization Journal stellt eine wunderbare Plattform dar, um wichtige Allergiethemen wie „Heuschreckenallergene, die durch Reptilien in unsere Heime geschleppt werden“  global bekannt zu machen. 


Literatur: 

Caution: Reptile pets shuttle grasshopper allergy and asthma into homes

Erika Jensen-JarolimEmail author
, Isabella Pali-Schöll, Sebastian A.F. Jensen, Bruno Robibaro and Tamar Kinaciyan

World Allergy Organization Journal20158:24

DOI: 10.1186/s40413-015-0072-1©  Jensen-Jarolim et al. 2015

Link zum Paper/ english:

http://waojournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40413-015-0072-1

http://www.allergycare.at/

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