Weniger Opiat-Anfänger in Österreich- Suchtverhalten bessert sich
10.05.16
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Weniger Opiat-Anfänger in Österreich- Suchtverhalten bessert sich

Weniger Opiat-Anfänger in Österreich- Suchtverhalten bessert sich

Im Bereich der Opiatabhängigen mit problematischem Konsum - also vor allem durch Injizieren der Suchtmittel und Mischkonsum - scheint sich die "Szene" in Österreich eher zu verkleinern. Der Abteilungsleiter des Kompetenzzentrums Sucht im Gespräch.


Plateau bei Substitutionstherapie offenbar erreicht - Alkoholproblematik am schärfsten in höheren Altersklassen


Auch im Bereich der Opiatabhängigen mit problematischem Konsum - also vor allem durch Injizieren der Suchtmittel und Mischkonsum - scheint sich die "Szene" in Österreich eher zu verkleinern: "Immer weniger Jugendliche steigen in diesen problematischen Drogenkonsum ein", sagte Martin Busch, Abteilungsleiter des Kompetenzzentrums Sucht in Wien.


Während zwischen den Jahren 2000 und 2004 der Anteil der unter 25-Jährigen unter den Opiatkonsumenten mit problematischem Konsum von rund 30 auf 40 Prozent anstieg, fiel er bis 2013 auf um die 13 Prozent. Mit etwas Zeitverzögerung spielte sich eine ähnliche Entwicklung bei den drogenbezogenen Todesfällen ab. 85 Prozent der rund 23.000 Patienten, welche 2014 wegen ihrer Drogenproblematik in Behandlung waren, entfielen auf Personen mit Opioid-Konsum im Zusammenhang mit anderen Suchtmittel. Allerdings wurde offenbar mit einem Anteil der Opioid-Abhängigen in Substitutionstherapie von 60 Prozent in den vergangenen Jahren offenbar ein Plateau erreicht. "Der Hauptfaktor (für die Inanspruchnahme einer Therapie durch die Abhängigen; Anm.) ist, dass ein substituierender Arzt in der Nähe ist", sagte Busch.


Dies deutet darauf hin, dass in Österreich längst noch nicht flächendeckend eine niederschwellig erreichbare Möglichkeit für die Opiat-Substitutionstherapie vorhanden ist. Ballungszentren sind offenbar überrepräsentiert. Es sei auch die Frage, ob die gegenwärtige Substitutionstherapie immer den Bedürfnisse der Patienten entgegenkomme, meinte der Fachmann.


Beim Alkohol wird in der Öffentlichkeit häufig ein Schlaglicht auf das angebliche "Komasaufen" von Jugendlichen gelegt. Doch die größte Problematik, immerhin trinken 14 Prozent der Österreicher regelmäßig gesundheitsgefährdend, liegt offenbar ganz woanders. Julian Strizek sagte dazu: "Wir sehen in den Daten den höchsten Anteil der Menschen mit problematischem Alkoholkonsum im Alter zwischen 50 und 60 Jahren." Alkohol sei nicht das überwiegende Problem bei den Jugendlichen, sondern eher von älteren Menschen. Da die Betroffenen aber eine höhere und früher einsetzende Mortalität aufweisen, wird das in der Statistik nicht sehr gut sichtbar.


Nicht sehr aufschlussreich sind die vorhandenen Daten zur Spielsucht in Österreich. Zwar geben 36 Prozent der Menschen an, im vorangegangenen Monat an einem Glücksspiel oder an Sportwetten teilgenommen zu haben, aber mit Spielsucht hat das nichts zu tun. Der Anteil der Personen, die regelmäßig an Automaten spielen, ist gering. Suchtforscher Alfred Uhl sagte: "Wir wissen, dass es einen Anteil problematischen Spielern von ein Prozent in der erwachsenen Bevölkerung gibt. Das sind aber auch um die 60.000 Menschen."


Quelle: APA

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