Artikel

In Schweden nutzen fast 90 Prozent der Väter die Väterkarenz.

In Schweden nutzen fast 90 Prozent der Väter die Väterkarenz.

Väterkarenz – die familiäre Sicht:

Die Zeiten, in denen der Mann als Ernährer und die Frau als Versorgerin der Kinder galt, sind leider noch nicht vorbei. In der überwiegenden Zahl der Familien besteht diese Rollenaufteilung weiterhin. Aber es kommt langsam Bewegung in die Situation: Immer mehr Männer wollen sich an der Sorgearbeit beteiligen und selbst für ihre Kinder da sein.

Das zahlt sich aus: Eine Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖIF) hat gezeigt, dass Männer, die ihre berufliche Situation nach der Geburt eines Kindes ändern und sich stark in die Kinderbetreuung eingebracht haben, besonders glücklich und zufrieden sind.

Verschiedene Studien zeigen auch, dass Beziehungen harmonischer sind und länger halten, wenn sich Väter an der Familienarbeit beteiligen. Genügend Gründe also, unter Anderem auch als Mann in die Karenz zu gehen.

Väterkarenz – die rechtliche Lage:

Die Karenzzeit nach der Geburt eines Kindes beträgt in Österreich bis zu 24 Monate. Ob Vater oder Mutter diese Karenzzeit in Anspruch nehmen, bleibt jedem Paar selbst überlassen. Die Zeit kann man auch aufteilen: Bis zu zwei Wechsel sind möglich. Beim ersten Karenzwechsel können sogar beide Eltern einen Monat gleichzeitig beim Kind zu Hause sein.

Nach der Karenzzeit muss der Arbeitgeber den gleichen oder einen vergleichbaren Job wieder zur Verfügung stellen. Das soll auch der Kündigungsschutz sichern: Werdende Mütter haben schon mit der Bekanntgabe der Schwangerschaft Kündigungsschutz, Väter immerhin frühestens vier Monate vor Beginn der Karenz. Auch die Möglichkeit auf Elternteilzeit gilt für Väter und für Mütter.

Die rechtliche Lage für Väter ist also gegeben. An Mut scheint es jedoch noch zu fehlen: Obwohl sich laut Umfragen zwei Drittel der Männer vorstellen können, in Karenz zu gehen, nehmen es nur wenige in Anspruch: Immer noch werden weniger als fünf Prozent der Karenztage in Österreich von Männern in Anspruch genommen.

ANHÄNGE

Kommentare