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Universitätsklinik Graz: Stichprovokation mit Bienen - Im Clinical Village/EAACI Kongress 2016

Universitätsklinik Graz: Stichprovokation mit Bienen - Im Clinical Village/EAACI Kongress 2016

Wir besuchen den Infostand der Universitätsklinik für Dermatologie Graz, deren Schwerpunkt unter anderem auf Insektengift Allergie liegt. Stichprovokation mit Bienen wird den zahlreich intressierten Medizinern erläutert. Einen Stich riskieren muss aber niemand



 CredoMedia zu Gast im Clinical Village


Dieses Jahr gibt es im Clinical Village 15 unterschiedliche Stationen, die von verschiedenen Spezialisten, Mitarbeitern von Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen betreut werden.

Unter anderem werden folgende Bereiche abgedeckt:

  • Allergieprävention
  • Immuntherapie
  • Insektengiftallergien 
  • Nahrunsgmittelunverträglichkeiten

Wir besuchen den Infostand der Universitätsklinik für Dermatologie Graz, deren Schwerpunkt unter anderem auf Insektengift Allergie liegt. Stichprovokation mit Bienen wird den zahlreich intressierten Medizinern erläutert. Einen Stich riskieren muss aber niemand.

Mittels einer Biene in einer großen Spritze und einem Stück Huhn wird eine Stichprovokation gezeigt.

CredoMedia: Die Stichprovaktion was wird mit diesem Versuch bewiesen?

Dr. Schrautzer: Die Stichprobenprovokation ist derzeit noch die einzige Möglichkeit den Impferfolg der Immuntherapie aufzuzeigen. Die Labordiagnostik oder auch der Hauttest dienen ja nur zur Diagnose,den Impferfolg können wir ja leider nur aufzeigen durch einen Stich. Draußen in der freien Natur, durch einen Feldstich oder einem kontrollierten Stich im Spital. Den wir Stichprovokation nennen.

CM: Wie läuft so was in der Praxis bei Ihnen im Spital ab?

Dr. Schrautzer: Der Patient kommt zu uns ins Spital, wird klinisch aufgenommen für 3 Stunden und wird dann mit dem Lebendinsekt, sprich einer lebendigen Wespe oder Biene gestochen.




Die Patienten sind geschützt durch die Impftherapie und wir wollen diesen Impfschutz durch die Stichprovokation bestätigen.

Wir nennen das Goldstandard – es ist das sicherste was wir derzeit haben,  weil kein Labor oder Hauttest während oder nach der Impftherapie kann uns einen Schutz voraus sagen.

Wir haben mit der Immuntherapie eine kausale Therapie zur Verfügung die generell Patienten ab systemischen Stichreaktionen empfohlen wird, ab Grad 2, sprich ab Atem- &Kreislaufbeschwerden. Aber auch Patienten mit Grad 1 Symptomatik, also reiner Hautsymptomatik,  also dann wenn die Lebensqualität durch Angst  vor Stichen eingeschränkt ist. Reine Lokalreaktionen an der Injektionsstelle sind noch kein Grund zur Rechtfertigung dieser Immuntherapie.

CM: Wie lange dauert eine Immuntherapie bei einer Insektenstichallergie? Heilungserfolg?

Dr. Schrautzer: Die Immuntherapie für drei Jahre vorgesehen , weil dann von einen ausreichenden Langzeitschutz ausgegangen werden kann. Wobei die Garantie für eine lebenslange Beschwerdefreiheit kann momentan noch nicht gegeben werden.

Wir beginnen mit sehr kleinen Dosen und steigern die Biengift-Dosis bis zu der momentan empfohlenen Erhaltungsdosis von 100 Mikrogramm. Das Bienengift bekommen wir kommerziell hergestellt von der Pharmaindustrie.


CM: Wieviel Menschen leiden derzeit an einer Insektengiftallergie?

Dr. Schrautzer: In Österreich leiden derzeit 3 % an einer Insektengiftallergie. Verantwortlich für schwere Stichreaktionen sind  Biene, Wespe genauso wie Hornisse.

Die Impftherapie im Bereich der Insektenallergie bietet einen sehr großen Schutz . Man kann davon ausgehen dass 90 -100 % aller Insektengiftallergiker mit dieser Immuntherapie wirklich vor systemischen Stichreaktionen geschützt sind.

Unter folgendem Link finden Sie noch weitere Infos zum Clinical Village:

http://www.eaaci2016.org/scientific-activities-2/clinical-village/

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