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Schilddrüsenhormone lindern bipolare Depressionen

Schilddrüsenhormone lindern bipolare Depressionen

Die Ergebnisse zeigen klar, dass die Gabe von supraphysiologischen Mengen von L-T4 die Symptome von Patienten mit einer bipolar Depression verbessert


Schilddrüsenhormone verändern den Gehirnstoffwechsel und spielen daher bei bipolaren Störungen eine Rolle. Sie sind somit auch Angriffpunkte bei möglichen Therapien. Ein internationales Forscherteam unter Leitung des Dresdner Universitätsklinikums Carl Gustav Carus konnte deutliche Belege für positive Auswirkungen der Gabe von Levothyroxin (L-T4) . Placebo-Präparate dagegen zeigten laut der in "Molecular Psychiatry" publizierten Studie fast keine Wirkung.

Die Gabe von L-T4 in über dem normalen körpereigenen Spiegel liegenden Dosen (supraphysiologisch) im Rahmen einer Standardbehandlung für bipolare Depressionen hat bereits in einer Pilotstudie vielversprechende Ergebnisse geliefert. Die Depressionsrate wurde herabgesetzt und die Gehirnaktivitäten im limbischen System reduziert.

Jetzt wurde Ansatz in einer internationalen, randomisierten, doppelblinden und Placebo-kontrollierten Studie intensiver untersucht. Mit PET und [F-18] Fluorodeoxyglucose wurde der Gehirnzucker-Stoffwechsel bei Patienten vor und sechs Wochen nach der Behandlung mit L-T4 oder einem Placebo analysiert. Dabei konnten die Wissenschaftler weitere vertiefende Belege für die positive Wirkung der LT-4-Gabe auf die Symptome und auf den limbischen Zuckerstoffwechsel bei bipolaren Depressionen während der sechswöchigen Behandlung identifizieren. Die genauen Mechanismen, die dieser klinischen Verbesserung zugrunde liegen, sind jedoch noch unbekannt.

"Die Ergebnisse zeigen klar, dass die Gabe von supraphysiologischen Mengen von L-T4 die Symptome von Patienten mit einer bipolar Depression verbessert", unterstreicht Studienleiter Michael Bauer. "Das geschieht durch das Modulieren der Hirnfunktion in Teilen des vorderen limbischen Netzwerks, das für die Verarbeitung von Emotionen eine ganz zentrale Bedeutung besitzt."

Quelle: Molecular Psychiatry/APA

Bildquelle: APA/GEORG HOCHMUTH

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