Rotes Kreuz: Gesund durch die Festivalsaison
23.06.16
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schreiber
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schreiber
Arzt
Rotes Kreuz: Gesund durch die Festivalsaison

Rotes Kreuz: Gesund durch die Festivalsaison

Alkohol, Sonne und Musik machen den Reiz von Festivals aus. Mit ein paar einfachen Tipps kommen Sie gesund durch jede Party.

Beim legendären Donauinselfest wird dieses Wochenende ein Besucheransturm erwartet. Zu Festivals versammeln sich Tausende, bei manchen Events sogar Hunderttausende, zum gemeinsamen Feiern, Tanzen und Campen. Alkohol, Sommerfeeling und Musik gehören einfach dazu. Damit der Festivalbesuch nicht im Notarztwagen endet, gilt es ein paar einfache Dinge zu beachten. So gibt es etwa viel Alkohol, dafür wird oft auf das Trinken vergessen. Dass damit Antialkoholika gemeint sind, betont Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber: „Bei hohen Außentemperaturen muss man ausreichend trinken – und zwar Wasser oder verdünnte Säfte“. Um in der Hitze auch einen kühlen Kopf zu bewahren, sind außerdem eine Kopfbedeckung und ein guter Sonnenschutz wichtig. Nur so haben Sonnenbrand, Sonnenstich oder Hitzschlag keine Chance.

Zudem ist es trotz Wärme ratsam, feste Schuhe zu tragen, da am Boden Scherben oder andere spitze Gegenstände liegen können. Neben Sonnencreme gehören auch Insektenspray und ein Erste-Hilfe-Paket in den Rucksack, um kleinere Verletzungen, wie beispielsweise Schnittwunden, rasch versorgen zu können. Dennoch kann auch sonst immer etwas passieren. „Wenn jemand kollabiert, lagert man als Ersthelfer die Beine der Person hoch, damit sich der Kreislauf wieder stabilisieren kann“, erklärt Schreiber. Ein Kollaps ist, im Gegensatz zu einer echten Bewusstlosigkeit, nicht lebensgefährlich. Wenn sich die Person aber nicht schnell erholt, sollte Hilfe geholt werden.

Gefährlicher als ein Kollaps ist der Verlust des Bewusstseins, wie er beispielsweise bei einer Alkoholvergiftung auftritt. „Wenn jemand auf Berührung oder Ansprechen nicht reagiert, muss man sofort die Atmung kontrollieren“, sagt Schreiber. Atmet die Person, dreht man sie in die stabile Seitenlage und alarmiert den lokalen Sanitätsdienst, der auf Großveranstaltungen immer präsent ist. Ebenfalls eine reelle Gefahr ist das Ertrinken. Fast jede Festivalsaison fordert Opfer, die einen leichtsinnigen Sprung in einen Fluss oder einen See nicht überleben. Auch dieser Gefahr muss sich jeder Festivalbesucher bewusst sein.

Damit Festivalbesucher wissen, wie sie auf Notfälle auf Festivals richtig reagieren, hat das Jugendrotkreuz gemeinsam mit dem Popkulturmagazin "The Gap" auch heuer wieder in bewährter Manier einen „Festivalguide“ herausgebracht, der online hier zu finden ist: https://issuu.com/the_gap/docs/festivalsommer2016. Ratsam ist es natürlich sein Erste-Hilfe-Wissen aufzufrischen. Alle Infos zum Thema Erste-Hilfe sowie Kurse in Ihrer Nähe finden Sie hier: http://www.roteskreuz.at/site/erste-hilfe/

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