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Forscher können nun genauer Rückfallwahrscheinlichkeit bei Prostatakrebs-Patienten bestimmen

Forscher können nun genauer Rückfallwahrscheinlichkeit bei Prostatakrebs-Patienten bestimmen

Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien haben einen Weg gefunden, die Rückfallwahrscheinlichkeit bei Prostatakarzinom-Patienten nach einer erfolgreichen OP zu bestimmen. Unter dem Mikroskop kann im entfernten Tumorgewebe die lymphovaskuläre Invasion (LVI) festgestellt werden. Diese Tumoreigenschaft ist für diese Absiedelung mitverantwortlich und kann als prognostischer Faktor herangezogen werden. Das haben Forscher in einer Studie mit 7.000 Patienten nachgewiesen. Die Ergebnisse wurden in "Urologic Oncology" publiziert und werden beim in Wien stattfindenden Kongress für Prostatakrebs "PROSCA"
vorgestellt.

Die LVI bedeutet, dass bösartige Krebszellen in Blut- und Lymphbahnen "einbrechen" und von dort weitertransportiert werden. "So können sie sich als Mikrometastasen zum Beispiel auch in der Lunge oder in der Wirbelsäule einnisten und sich langsam wieder vermehren und ein neues, rezidives Karzinom an einer anderen Stelle des Körpers hervorrufen", erklärt Studienautor Harun Fajkovic.

Der Nachweis der LVI in Kombination mit anderen Merkmalen im pathologischen Befund des entfernten Tumors bedeute also eine Art Alarmstufe, auch wenn beim Patienten zum Beispiel der postoperative PSA-Wert, der gängige Tumormarker bei Prostatakrebs, unter dem kritischen Grenzwert liege. "Dann wäre es anzudenken, dem Patienten sofort eine weitere, unterstützende Therapie anzubieten, etwa eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie – und damit nicht zuzuwarten", so Fajkovic.

Quelle: Urologic Oncology (abstract), PROSCA

Bildquelle: shutterstock

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