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Wissenschaftler aus Graz entwickeln einen neuen Ansatz zur Behandlung des Hautlymphoms (MF)

Wissenschaftler aus Graz entwickeln einen neuen Ansatz zur Behandlung des Hautlymphoms (MF)

Die Blockade von Interleukin 9 spielt eine zentrale Rolle


Einen neuen Ansatz zur Behandlung des Hautlymphoms
Mycosis fungoides (MF) haben Wissenschaftler der Medizinischen
Universität Graz mit Kollegen aus Dänemark und den USA eruiert.
Konkret entdeckte das Team um Peter Wolf laut "Clinical Cancer
Research", dass die Blockade des Immunbotenstoffes Interleukin 9 (IL
9) dabei eine zentrale Rolle spielt.

Konkret stießen die Forscher bei der Untersuchung von Hautproben
von MF-Patienten auf IL 9. "Eigentlich wollten wir die Wirkung der
UV-Licht-Therapie untersuchen", schildert Wolf. Bei Patienten, bei
denen sich die UV-Bestrahlung als therapeutisch sehr effektiv
erwiesen hat, war die Zahl der IL 9-positiven Zellen durchwegs
vermindert.

Die Wissenschaftler fanden in weiteren Untersuchungen IL 9 in den
Tumorzellen der Haut und auch im begleitenden Entzündungsfiltrat.
Sie erkannten, dass die gutartigen Entzündungszellen der Haut die
Tumorzellen mit IL 9 versorgen und so deren Wachstum aktiv
vorantreiben. In zusätzlichen Zellkulturstudien und Tierexperimenten
konnte nachgewiesen werden, dass die reduzierte Expression von IL 9
eine zentrale Rolle bei der Verminderung des Zellwachstums
bösartiger Lymphomzellen spielt.

 Zudem zeigte sich, dass vor allem der JAK-STAT-Signalweg eine
Möglichkeit der Hemmung des wachstumsregulierenden Zytokins IL 9
bietet: Erst wenn die Janus-Kinasen (JAK) die STAT (signal
transducers and activators of transcription) aktivieren, können
diese in den Zellkern gelangen und dort eine Überexpression von IL 9
in Gang bringen. Es sei bereits ein JAK-Inhibitor bekannt, der bei
bestimmten hämatologischen Erkrankungen eingesetzt wird und für den
Einsatz bei MF erprobt werden könnte. Ein weiterer biotechnologisch
entwickelter IL 9-Antikörper wird bei Asthma-Bronchiale getestet und
kommt laut Wolf ebenfalls als Testsubstanz in Frage.

Quelle: Clinical Cancer Research

Bildquelle: APA (Symbolbild/dpa)/Fredrik von Erichsen

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