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Typ-1-Diabetes lässt sich noch vor den ersten Symptomen diagnostizieren

Typ-1-Diabetes lässt sich noch vor den ersten Symptomen diagnostizieren

Durch Tests mit Antikörpern können bei Kindern Frühstadien des Typ-1-Diabetes bereits vor dem Auftreten der ersten Symptome nachgewiesen werden. Forscher des Helmholtz Zentrums München und des Paul Langerhans Instituts Dresden konnten jetzt zeigen, dass man durch bioinformatische Modelle bessere Prognosen hinsichtlich des Verlaufs der Frühstadien bis zur klinisch symptomatischen Erkrankung findet. Die Studie wurde in "Diabetologia" vorgestellt.

   Nach aktuellen Zahlen liegen bei etwa vier von tausend Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren in Bayern derartige Antikörper vor. "Zusätzlich kompliziert wird die Diagnose allerdings dadurch, dass es sich insgesamt um vier verschiedene Antikörper handelt", erklärt Studienleiter Peter Achenbach. "Darüber hinaus sind nicht alle Antikörpertypen in der Phase der Krankheitsentwicklung permanent vertreten, sondern die einzelnen Antikörper verhalten sich dynamisch."

   In der aktuellen Studie wollten die Wissenschaftler dieses komplexe Verhalten untersuchen und herausfinden, ob sich aus den jeweiligen Antikörperverläufen möglicherweise präzisere Aussagen herausfiltern lassen als bisher. "Unser Ansatz, Muster im Zeitverlauf zu analysieren, erlaubt es, nicht nur festzustellen, ob die Antikörper da sind oder nicht, sondern auch, Verläufe verschiedener Antikörper zu beobachten und Kinder mit ähnlichen Profilen zu gruppieren und das dann mit der Krankheitsentstehung in Beziehung zu setzen", so Erstautor David Endesfelder. Die Forscher analysierten 88 Kinder, die jeweils mehrere verschiedene Antikörper entwickelt hatten und im Rahmen der BABYDIAB-Studie über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren beobachtet wurden.

   Durch neue Analysemethoden wurde gezeigt, dass bei einigen Kindern, die aufgrund ihrer Antikörperkonstellation bisher zur Hochrisikogruppe gezählt wurden, erst mit deutlicher Verzögerung ein klinisch symptomatischer Diabetes auftrat. "Das war überraschend und zeigt, dass wir mit dem neuen Ansatz nicht nur Einsen und Nullen, also Antikörper vorhanden oder nicht vorhanden, unterscheiden, sondern, dass wir beginnen, die verschiedenen Facetten der Entstehung von Typ-1-Diabetes auch im Detail immer besser zu verstehen", so Achenbach.

Quelle: Diabetologia (abstract)/APA

Bildquelle: Helmholtz Zentrum München

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