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Künftige Analyse- und Diagnosegeräte können gegessen werden

Künftige Analyse- und Diagnosegeräte können gegessen werden

Forscher stellten ungiftigen Batterie-Prototypen auf Basis von Melaninen vor


Künftige Analyse- und Diagnosegeräte können gegessen werden. Bei einer Konferenz der American Chemical Society (ACS) in Philadelphia (USA) haben Wissenschaftler eine neue, ungiftige Batterie für derartige Geräte vorgestellt.

Vor etwa 20 Jahren haben Forscher eine batteriebetriebene Mini-Kamera zum Verschlucken als Werkzeug für endoskopische Untersuchungen entwickelt.

Für medizinische Geräte, die dauerhaft oder wiederholt im menschlichen Körper eingesetzt werden sollen, braucht es ungiftige Batterien, die sowohl biokompatibel als auch vom Körper abbaubar sind. Einen Prototyp haben Wissenschafter von der Carnegie Mellon University (CMU, Pittsburgh, USA) jetzt bei der ACS-Konferenz vorgestellt.

Die Batterie beruht auf Melaninen, die neben ihrer Funktion als Farbstoffe auch Metallionen binden und wieder freigeben. "Wir dachten, das ist im Prinzip eine Batterie", sagte Studienleiter Christopher Bettinger.

Die Techniker experimentierten daher mit verschiedenen Batterie-Designs. Da ein verschluckbares Gerät, das wieder ausgeschieden werden soll, den Körper innerhalb von rund 20 Stunden durchwandert, muss eine solche Batterie nicht lange halten. Beispielsweise konnte ein Melanin-Batterie-Prototyp ein fünf Milliwatt-Gerät bereits für bis zu 18 Stunden betreiben.

Obwohl eine Melanin-Batterie schwächlich anmutet, wäre sie für "essbare" Medizintechnik laut Bettinger ausreichend. Noch ist unklar, ob und wann solche Melanin-Batterien tatsächlich in verschluckbarer Technik zum Einsatz kommen. Aber Bettinger träumt davon, sie dereinst beispielsweise für Geräte einzusetzen, die Veränderungen der Darmflora messen und jeweils passend darauf reagieren, indem sie entsprechend Wirkstoffe freisetzen. Oder für Geräte, die mehrere Pulse eines Impfstoffs über mehrere Stunden hinweg abgeben, bevor sie sich auflösen.

Quelle: ACS Konferenz/APA

Bildquelle: Bettinger lab

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