Artikel

ÖÄK-Forstner betonnt die Rolle der Schulärzte als Berater und Vermittler

ÖÄK-Forstner betonnt die Rolle der Schulärzte als Berater und Vermittler

Schulärzte leisteten einen wichtigen Beitrag, wenn es darum gehe, chronisch kranken Kindern die weitgehend uneingeschränkte Teilnahme am Schulunterricht zu ermöglichen, betonte der Leiter des Schulärztereferats und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Karl Forstner, am Freitag in einer Aussendung. Die Integration gelinge umso besser, je besser die Kommunikation zwischen den Schulpartnern funktioniere. Eltern komme hier eine Schlüsselrolle zu.

Schulärzte kennen individuelle Situation von chronisch kranken Kindern

Immerhin wüssten Eltern betroffener Schüler aus täglicher Erfahrung am besten, was ihr Kind im Ernstfall brauche, so Forstner. Die Wünsche der Eltern und die individuelle Situation von chronisch kranken Kindern genau zu kennen sei nicht nur für Lehrer und Schüler, sondern auch für Schulärzte enorm wichtig. „Nur so können sie ihre Beratungsfunktion erfüllen, die neben den präventivmedizinischen Leistungen zu den wichtigsten Aufgaben von Schulärzten gehört.“

Zwar seien die meisten Schulärzte außerhalb der Schule selbst als behandelnde Ärzte tätig, zudem verpflichte sie der Beruf zu erweiterten Erste-Hilfe-Maßnahmen, wie z.B. zur Verabreichung von Notfallmedikamenten. „Doch im alltäglichen Umgang mit chronisch kranken Kindern haben Schulärzte ganz klar die Rolle von Vermittlern und Beratern. Die therapeutische Betreuung liegt beim jeweiligen Fachkollegen“, so der Leiter des ÖÄK-Schulärztereferats.

Eltern-Lehrer-Ärzte-Gespräch als ideale Vorbereitung

Als Beispiel für eine „ideale Vorbereitung“ auf die Einschulung eines chronisch kranken Kindes schilderte die Sprecherin des ÖÄK-Schulärztereferats, Gudrun Weber, den Fall eines epileptischen Zehnjährigen: „Eltern und Schuldirektion haben Lehrer und Schulärztin zu einer Besprechung eingeladen, an der – auf Wunsch der Eltern – auch die Neurologin teilnahm, die den Buben seit Jahren betreut.“

Man habe vereinbart, bei einem Anfall sofort die Eltern anzurufen. Die Lehrer sollten bis zu deren Eintreffen vor allem dafür sorgen, dass sich das Kind nicht verletzen könne. „Zudem wird die Schulärztin die Mitschüler im Rahmen des Biologieunterrichts mit Epilepsie und den besonderen Bedürfnissen des neuen Mitschülers vertraut machen. Das ist Teil der wichtigen Beratungs- und Vermittlungsfunktion, die Schulärzten zukommt“, betonte Weber.

Zur Überlegung, Schulärzte verstärkt in den Unterricht einzubinden, meinte Forstner: „Auf Eigeninitiative von Lehrern bzw. Schulärzten geschieht das ohnehin und das ist auch sehr wichtig. In Wien gab es zum Beispiel bereits vor zehn Jahren einen einschlägigen Beschluss des Stadtschulrats, der von den Schulärzten sehr begrüßt, aber nie umgesetzt wurde.“

Auch seien Schulärzte beispielsweise bundesweit in den Biologieunterricht miteinbezogen worden, als mit dem Aufkommen von HIV-Aids in den 1980er-Jahren eine medizinisch seriöse Aufklärung von Schülern und Lehrern über die bis dato unbekannte Erkrankung notwendig wurde. „An den Schulärzten soll es also nicht scheitern“, waren sich Forstner und Weber einig.

Kommentare