Spitalsärzte fordern Ende der überbordenden Bürokratie
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Spitalsärzte fordern Ende der überbordenden Bürokratie

Spitalsärzte fordern Ende der überbordenden Bürokratie

ÖÄK-Mayer: Wichtiger Input zum Bürokratieabbau seitens der Spitalsärzteschaft – rund 40 Prozent der Arbeitszeit werden für Administration aufgewendet

Die überbordende Administration stelle nach wie vor eine enorme Belastung für Österreichs Spitalsärztinnen und –ärzte dar. Eine Entbürokratisierung sei schon lange überfällig, sagte Harald Mayer, Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), am Montag in einer Aussendung. „Die Bundeskurie hat eine Initiative zur Entbürokratisierung gestartet. Dabei können unsere Kolleginnen und Kollegen via E-Mail unter buerokratieabbau@aerztekammer.at

Vorschläge einbringen, um die Bürokratie in unseren Spitälern zu reduzieren“, führte Mayer aus. In einem weiteren Schritt solle abgefragt werden, was die Spitalsärzteschaft unter Bürokratie verstehe und in welchen Bereichen sie davon betroffen wäre. Ziel sei es, einen Forderungskatalog zu erstellen und konkrete Vorschläge zu erarbeiten, damit die Spitalsärztinnen und –ärzte wieder ihren Hauptaufgaben – der Zuwendung und medizinischen Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten – nachgehen könnten, so Mayer.

Viele der über den Sommer eingelangten Vorschläge deckten sich mit jenen der Bundeskurie, so der Kurienobmann weiter. Mayer: „Die Forderungen betreffen beispielsweise zusätzliches Verwaltungspersonal, das die Ärzteschaft bei administrativen Tätigkeiten wie elektronischer Entlassung oder Dokumentation entlasten soll.“ Zusätzlich seien für das administrative Personal flexiblere Arbeitszeiten notwendig, damit auch am Wochenende und zu den Tagesrandzeiten Unterstützung gewährleistet sei. „Allgemein kritisieren die Kolleginnen und Kollegen, dass ständig neue EDV-Programme und -Systeme eingeführt werden und sie übermäßig viel Zeit für Bürokratie aufwenden müssen anstatt am Patienten zu arbeiten“, betonte Mayer.

Aus der letzten IFES-Umfrage, die im Frühjahr präsentiert worden war, wisse man, dass rund 40 Prozent der ärztlichen Arbeitszeit nur für Dokumentation aufgewendet würden. „Wir sprechen hier nicht davon, dass bestimme Dinge einfach ärztlich dokumentiert werden müssen, sondern z.B. vom Abschreiben von OP-Protokollen in Entlassungsbriefe, weil keine entsprechende EDV-Schnittstelle vorhanden ist“, führte der Kurienobmann aus. Eine Entlastung sei überfällig: „Wenn wir dieses Problem nicht rasch in den Griff bekommen, werden wir weitere junge Mediziner verlieren, die unter diesen Bedingungen trotz zufriedenstellender Gehaltssituation einfach nicht arbeiten wollen“, betonte Mayer abschließend.

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