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Rachen-, Kehlkopf- und Mandelentzündung: wenn eine Erkältung ernst wird

Rachen-, Kehlkopf- und Mandelentzündung: wenn eine Erkältung ernst wird

Obwohl Husten, Schnupfen und Co. unangenehm sind, verlaufen Erkältungen meist eher harmlos. Dennoch kann es zu Komplikationen kommen, wenn Entzündungsreaktionen ausgelöst werden. Was tun, wenn es soweit ist?


Falls Erkältungsviren über Mund und Nase in Rachen und Hals gelangen, rufen sie Entzündungsreaktionen hervor, wobei besonders die Schleimhäute betroffen sind. Je nachdem welcher Bereich entzündet ist, wird zwischen Pharyngitis (Rachenentzündung), Laryngitis (Kehlkopfentzündung) oder Tonsillitis (Mandelentzündung) unterschieden. Typische Symptome bei allen drei Entzündungen sind Heiserkeit und Schluckbeschwerden.

Pharyngitis: Ursachen und Behandlung

Besonders wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann oft akute Pharyngitis als Folge von Erkältungen oder Grippen (grippalen Infekten) auftreten, sie entsteht also hauptsächlich durch die herkömmlichen Viren der Atemwege (Adeno-, Influenza-, Parainfluenza-Viren). Eine rein bakterielle Infektion ist bei einer akuten Rachenentzündung eher die Ausnahme. Wenn dies jedoch der Fall ist, sind hauptsächlich Streptokokken oder Pneumokokken die Infektionserreger. Hierfür wird eine Antibiotika-Therapie empfohlen.

Zudem kann Pharyngitis durch eine langandauernde Reizung der Schleimhäute, wie etwa durch Zigarettenrauch, trockene Raumluft, Staub oder durch Chemikalien, ausgelöst werden – dann redet man von einer chronischen Rachenentzündung, die normalerweise monatelang andauert.

Eine akute Rachenentzündung ist in der Regel mit schmerzstillenden bzw. fiebersenkenden Mitteln sowie mit enzündungshemmenden Halstabletten, Sprays und Gurgellösungen zu behandeln. Zusätzlich kann man selber die Heilung durch verschiedene Hausmittel fördern – besonders wichtig ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser, Tee, Milch mit Honig etc.) zu achten.

Laryngitis: Ursachen und Behandlung

Als Laryngitis oder Kehlkopfentzündung wird eine akute oder chronische (länger andauernde) Entzündung der Kehlkopfschleimhaut bezeichnet. Während akute Laryngitis meist als Folge eines Atemweginfektes (z.B. im Rahmen einer Erkältung) auftritt, wird die chronische Form der Erkrankung durch anhaltende Reize wie etwa fortlaufende übermäßige Stimmbelastung, Zigarettenrauch, Schadstoffe in der Atemluft etc. verursacht.

Akute Kehlkopfentzündungen lassen sich grundsätzlich durch einfache Maßnahmen wie z.B. Dampfbäder mit Kamille oder Salzwasser, Stimmschonung sowie entzündungshemmende Medikamente positiv beeinflussen. Dabei sollte man wie auch bei Rachenentzündungen viel trinken, um ein Austrocknen der Schleimhäute zu verhindern, Zigarettenrauch meiden und auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum achten. Bei der eher selten auftretenden bakteriellen Form der Erkrankung werden vom Arzt außerdem Antibiotika verordnet. Üblicherweise heilen akute Kehlkopfentzündungen innerhalb von einigen Tagen aus.

 Tonsillitis: Ursachen und Behandlung

Bei Tonsillitis handelt es sich um eine Infektion der Rachenmandel, die meist durch Bakterien ausgelöst wird und in eine akute und chronische Mandelentzündung unterteilt wird. Für die akute Mandelentzündung sind hauptsächlich Bakterien wie etwa Streptokokken, Pneumokokken oder Staphylokokken verantwortlich. Bei dieser Form der Erkrankung setzen die Symptome plötzlich und schmerzhaft ein (Schluckbeschwerden, Heiserkeit, starke Halsschmerzen, Fieber), während die chronische Mandelentzündung, die sich oft als Folge von immer wiederkehrenden Tonsillitis entwickelt, relativ milder oder sogar beschwerdefrei verläuft.

Solange die Beschwerden nicht stark ausgeprägt sind, können einige Hausmittel zum Einsatz kommen – angenehme Wirkung haben Halswickel, Gurgeln mit Kamillentee, Salbeitee oder Salzwasser sowie allgemeine Bettruhe. Auch hier gilt: trotz Schluckbeschwerden genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Wenn die Symptome nicht abklingen, sollte man auf alle Fälle einen Arzt zurate ziehen.

Weiter werden zur Linderung des lokalen Schmerzes Sprühsprays, Mundspülungen und Lutschtabletten empfohlen. Zusätzlich werden diverse fiebersenkende und abschwellende Mittel, die die Halsschmerzen mildern, eingesetzt. Da die akute Mandelentzündung meist bakteriell bedingt ist, werden in der Regel Antibiotika verordnet. Breitband-Antibiotika können auch bei durch Viren verursachter Tonsillitis notwendig sein, um weitere bakterielle Infektionen bzw. Komplikationen zu vermeiden. Falls solche auftreten, wird oft geraten, die Mandeln operativ zu entfernen.

Bildquelle: AOK-Mediendienst / Text: Simona Ganeva, Redaktion

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