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Hepatitis B-Fälle gehen stark zurück, Situation in Europa ist unterschiedlich

Hepatitis B-Fälle gehen stark zurück, Situation in Europa ist unterschiedlich

Insgesamt kommen chronische Hepatitis B-Fälle seltener vor. In einzelnen Ländern gibt es jedoch Anstiege, ebenso bestehen weiterhin Hochrisikogebiete. Das haben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig bei einer Untersuchung festgestellt, wie sich das Auftreten der chronischen HBV-Infektion in 50 Ländern über die vergangenen Jahrzehnte verändert hat. Die Ergebnisse wurden im "Journal of Hepatology" veröffentlicht.

Der stärkste Rückgang war demnach zum Beispiel in Brasilien, China und Malaysia zu beobachten. Den größten Anstieg verzeichneten
Länder wie Nigeria und Uganda - mit bis zu sieben Prozent Zuwachs pro Jahr. "Eine konstant hohe und vereinzelt ansteigende Prävalenz
chronischer Hepatitis B betrifft möglicherweise auch weitere Länder in Afrika. Allerdings ist für diese Gegend die Datenlage eher
schlecht, was Zeitanalysen nur bedingt möglich macht", erklärt Erstautorin Jördis Ott.

Für Europa lassen sich grob vier Muster für das Vorkommen der chronischen Infektion identifizieren. "Es gibt Länder mit stabil
hoher oder steigender Prävalenz in der Bevölkerung wie Russland, Polen und Rumänien, einkommensstarke Länder - meist in Westeuropa - mit historisch sehr niedriger und kaum veränderter Infektionslast, Länder mit historisch hohem Infektionsaufkommen und einem mittelstarken Rückgang wie die Türkei und Albanien sowie Länder, in denen Hepatitis B eine geringe Rolle spielt und jährlich stark
abnahm, zum Beispiel Griechenland", sagt Letztautor Rafael Mikolajczyk.

Auf dem Rückzug befindet sich die chronische Infektionskrankheit ebenso im westlichen Pazifikraum. "Der Rückgang der Prävalenz
chronischer Hepatitis B ist je nach Land in unterschiedlichem Ausmaß auf präventive Maßnahmen wie die Impfung gegen Hepatitis B
zurückzuführen. So sind Impfeffekte vor allem abhängig vom Zeitpunkt der Einführung und Abdeckung der Impfung", so Ott. Insgesamt machen sich Erfolge der Hepatitis-B-Impfung im Kindesalter erst mit zeitlichem Verzug in höheren Altersgruppen bemerkbar.

Quelle: Journal of Hepatology/APA

Bildquelle: Helmholtz-HZI/Britta Miessen

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