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Entspannungsmethoden reduzieren Symptome bei Migräne

Entspannungsmethoden reduzieren Symptome bei Migräne

Leitlinie beschreibt Wirkung und Effekte von nicht-medikamentösen Verfahren


Nicht-medikamentöse Therapien können bei rund einem Drittel der Migräne-Patienten Linderung bringen. Vor allem mit der progressiven Muskelentspannung (PMR), der kognitiven Verhaltenstherapie, Ausdauersport und Biofeedback-Verfahren werden gute Ergebnisse erzielt. Darauf verweist die erste Leitlinie zu "Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutischen Interventionen zur Behandlung der Migräne", die Thema beim Deutschen Schmerzkongresses (19. bis 22. Oktober 2016) in Mannheim sein wird.

Eine Autorengruppe hatte für die Leitlinie die aktuelle Studienlage ausgewertet und systematisch mehr als 800 Arbeiten untersucht. Entspannungsverfahren wie beispielsweise die in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Progressive Muskelrelaxation (PMR) wirken besonders gut.

"Die PMR ist gut zu erlernen und kann ohne Aufwand angewandt werden", erklärt Ko-Autor Charly Gaul, Generalsekretär der für die Leitlinie verantwortlichen Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). "Diese Technik lässt sich gut in den Alltag integrieren. Wer sie regelmäßig anwendet, beeinflusst die zentrale Schmerzverarbeitung und aktiviert schmerzhemmende Strukturen im Gehirn. Die Zahl der Migräneattacken kann so um 35 bis 45 Prozent reduziert werden", ergänzt DMKG-Präsidentin und Ko-Autorin Stefanie Förderreuther.

Beim Thema Sport ist die Studienlage nicht ganz eindeutig. Dennoch gibt die Leitlinie grünes Licht für Ausdauersport als begleitende Therapie. Neuere Studien legen nämlich nahe, dass Sport und Bewegung offenbar einen Effekt auf die Schmerzintensität, die Anzahl und die Dauer der Anfälle haben.

Gut belegt ist auch, dass Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) wirkt. Diese geht davon aus, dass jeder Mensch über seine Gedanken sein Erleben und Verhalten beeinflussen kann. Dazu gehört auch, eine reale Belastung, die als Stress wahrgenommen wird, positiv umzudeuten. Trotz dieser Erkenntnisse zu diesen ergänzenden Verfahren, sollte eine Migräne ärztlich behandelt werden, betonen die Experten.

Quelle: Leitlinie (pdf)/APA

Bildquelle: APA/dpa/Oliver Berg

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