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Selbsthilfe stärkt die Gesundheitskompetenz

Selbsthilfe stärkt die Gesundheitskompetenz

Im Rahmen der „30-Jahres-Feier“ des Medizinischen Selbsthilfezentrums Wien am 08.10.2016 sprach der Fachexperte für Gesundheitskompetenz Mag. Dr. Peter Nowak (Gesundheit Österreich GmbH) darüber, wie Selbsthilfe die Gesundheitskompetenz stärkt


Gesundheitskompetenz: Was ist das?

Von Mag. Angelika Vötsch-Rosenauer

Gesundheitskompetenz (Health Literacy) ist ein wichtiger Eckpunkt der Gesundheit und der gesundheitlichen Chancengleichheit aller in Österreich lebenden Menschen. Sie soll die Bevölkerung dabei unterstützen, im Alltag selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen, die ihre Gesundheit fördern. (Siehe Anhang unten) 

Das Konzept der Gesundheitskompetenz gewinnt seit den 1990-er Jahren zunehmende internationale Bedeutung durch eine Reihe von Studien, die klare Zusammenhänge zwischen der Basisbildung (Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten) und der Gesundheit belegen. Diese Erkenntnisse inspirierten weitere Studien zur Erforschung, wie gut Patientinnen und Patienten Gesundheitsinformationen finden können, wie gut sie ihre Ärztin/ihren Arzt verstehen und wie sich dies auf den Behandlungserfolg auswirkt.

Mit der Etablierung des umfassenden somato-psycho-sozialen Gesundheitsbegriffes hat Gesundheitskompetenz auch in die Gesundheitsförderung Eingang gefunden und steht mit Schlüsselbegriffen wie Empowerment und Partizipation in Verbindung (Altgeld und Kickbusch 2012, Nutbeam 2000).

Definition von Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz ist verknüpft mit allgemeiner Bildung und umfasst
• das Wissen,
• die Motivation und
• die Fähigkeiten

von Menschen, relevante Gesundheitsinformationen
• zu finden,
• zu verstehen,
• zu beurteilen und
• anzuwenden

um im Alltag in den Bereiche

• Gesundheitsförderung (zur Erhaltung und Stärkung der Gesundheit),
• Prävention (zur Vorbeugung von Beschwerden oder Erkrankungen) und
• Krankenversorgung (bei bestehenden Beschwerden oder Erkrankungen)

Entscheidungen treffen zu können, die zur Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheit während des gesamten Lebensverlaufs beitragen.

Gesundheitskompetenz ist einerseits eine Frage der persönlichen Fähigkeiten, hängt aber andererseits von den Anforderungen der Umgebung an diese Fähigkeiten ab (Parker 2009).
Um die persönliche Gesundheitskompetenz zu steigern, können Maßnahmen getroffen werden, bei denen Menschen in ihrem gesundheitsbezogenen Wissen und ihren gesundheitsbezogenen Fähigkeiten gefördert und unterstützt werden. Gleichzeitig gilt es immer auch die Motivation zu steigern, sich mit gesundheitsrelevanten Informationen auseinanderzusetzen, diese kritisch zu beurteilen und nach Möglichkeit selbstbestimmt anzuwenden.

Die Stärkung der Gesundheitskompetenz bedarf aber auch einer Verbesserung der Rahmenbedingungen und Informationsangebote im Sinne einer gesundheitskompetenten Gestaltung der sozialen Settings und Organisationen. Solche gesundheitskompetenten Organisationen erleichtern es den Menschen, Informationen und Dienste zu finden, zu verstehen und zu benutzen, um gute Gesundheitsentscheidungen zu treffen (Brach et al. 2012).

Gesundheitskompetenz als Gesundheitsdeterminante

Gesundheitskompetenz ist eine Schlüsseldeterminante von Gesundheit (WHO 2013). Eine hohe persönliche Gesundheitskompetenz und die verständliche Gestaltung von Gesundheitsinformationen tragen dazu bei, Fragen der körperlichen und psychischen Gesundheit besser zu verstehen und gute gesundheitsrelevante Entscheidungen zu treffen.
Für betroffene Personen hat geringe Gesundheitskompetenz eine Reihe negativer Auswirkungen auf die Gesundheit, z.B. geringere Therapietreue, häufigere späte Diagnosen, schlechtere Selbstmanagement-Fähigkeiten und höhere Risiken für chronische Erkrankungen. Sozio-ökonomisch benachteiligte Menschen sind von den negativen Auswirkungen überdurchschnittlich häufig betroffen. Auf Bevölkerungsebene verursacht geringe Gesundheitskompetenz hohe Kosten im Gesundheitssystem.

Quelle: http://oepgk.at/

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