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Gemäßigte Quartalsumsätze bei den Medikamenten

Gemäßigte Quartalsumsätze bei den Medikamenten

Die Österreichische Apothekerkammer, die Pharmig (Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs) und der Verband der österreichischen Arzneimittelvollgroßhändler PHAGO verlautbaren seit Jahresbeginn jedes Quartal die tatsächlichen Arzneimittelkosten. Diese Zahlentransparenz bringt Planungssicherheit aufgrund von realen Ausgaben. Als Folge hat der Hauptverband bereits seine überzogene Prognose für heuer auf 4,4 Prozent zurückgenommen.
Die sehr moderaten Steigerungen tragen zur Entlastung der Krankenkassen bei. Von dieser Entwicklung können Apotheker und Pharmawirtschaft allerdings nicht profitieren. Tatsächlich wurde die Finanz-Situation der Krankenkassen nach einer ursprünglich hohen Defizit-Erwartung zuletzt in eine schwarze Null gedreht. Grund dafür ist das 125 Millionen Euro schwere Solidar-Paket des Jahres 2016 der gesamten Pharma-Wirtschaft zur Sanierung der Krankenkassen.
Bilanz Jänner bis September: Arzneimittelumsätze + 2,96 % Der Umsatz mit Arzneimitteln in den ersten drei Quartalen 2016 liegt deutlich unter den Erwartungen. Er ist im Vergleich zum Vorjahr um nur 2,96 Prozent gestiegen, trotz einer Vielzahl neuer und besserer Arzneimittel, trotz anhaltendem Bevölkerungswachstum und weiter steigender Lebenserwartung. Die österreichischen Krankenkassen des Hauptverbandes haben von Jänner bis September 2016 rund 2,1 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben. Diese Summe entspricht jedoch nicht den tatsächlichen Kosten für die Krankenkassen, da die Einnahmen aus den Rezeptgebühren noch abgezogen werden müssen, wie auch die Umsatzsteuer sowie die von der Pharmawirtschaft geleisteten Solidarbeiträge und Rückerstattungen. Alleine das verringert die Summe um rund 570 Millionen Euro.

"Die österreichischen Apotheken haben im Zeitraum Jänner bis September 2016 rund 73 Millionen Arzneimittelpackungen an ihre Kunden/Patienten abgegeben und mit den Krankenkassen des Hauptverbandes abgerechnet," so Dr. Christian Müller-Uri, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer. In der Apotheke wird für diese Arzneimittel für die Krankenkassen die Rezeptgebühr (in Form eines Selbstbehalts) von 5,70 Euro pro Packung eingehoben. Falls ein Medikament billiger ist als die Rezeptgebühr, so zahlt der Patient nur den tatsächlichen Preis. Die Apothekenspanne beträgt für den Kassenmarkt lediglich 15,5 Prozent.

Großhandel: Mehr Leistung für weniger Geld

Noch schlechter schaut es für den Großhandel aus, der die Brücke zwischen Industrie und Apothekern ist. Das geringe Umsatz-Plus im dritten Quartal hat keine Auswirkungen auf die prekäre Situation der Spannen-Entwicklung des Arzneimittelvollgroßhandels insgesamt. Diese ist negativ. PHAGO-Präsident Andreas Windischbauer erklärt: "Unsere Spannen decken damit für immer mehr Produkte nicht einmal die Grenzkosten ab. Seit Jahren bieten unsere Mitgliedsunternehmen mehr Leistung für weniger Geld. Damit gefährdet der Gesetzgeber unseren Versorgungs-Auftrag, flächendeckend und rasch den Österreichern Medikamente zur Verfügung stellen zu können."

Pharmig warnt vor Panikmache bei Arzneimittelausgaben

Mit Blick auf das geringe Wachstum bei den Arzneimittelausgaben sagt Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig: "Von einer Explosion der Arzneimittelkosten, wie es mancherorts gern behauptet wird, sind wir weit entfernt. Vielmehr zahlen wir bei einer Steigerungsrate von lediglich 2,96 Prozent seit Jahresbeginn weit mehr über unsere Solidarbeiträge an die Krankenkassen zurück als das gesamte Wachstum der Arzneimittelumsätze überhaupt ausmacht. Da wäre es nun wirklich an der Zeit, dass die Krankenkassen beginnen, ihre strukturellen Defizite endlich zu beheben."

Über die Pharmig

Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband 120 Mitglieder (Stand Oktober 2016), die den Medikamentenmarkt zu gut 95 Prozent abdecken. Die Mitgliedsunternehmen der Pharmig bieten Arbeitsplätze für ca. 18.000 Beschäftigte, darunter ein hoher Anteil an hochqualifizierten Arbeitsplätzen (Quelle: Vollerhebung unter den Pharmig – Mitgliedsunternehmen, Stand Februar 2015)

Über Phago

PHAGO ist eine freiwillige Interessenvertretung des österreichischen Arzneimittelvollgroßhandels. Als Brücke zwischen Industrie und Apothekern vertritt PHAGO konsequent die Prinzipien des Vollsortiments, der Lieferfähigkeit und der Lieferbereitschaft. Unter einem vollständigen Sortiment ist die Lagerhaltung von Arzneimitteln zu verstehen, die dem Apothekenbedarf entspricht. Damit garantiert der pharmazeutische Großhandel, dass der nationale Arzneimittelvorrat stets bereitgestellt werden kann und Arzneimittel vor Ort sind, wenn sie rasch benötigt werden. Hinter PHAGO stehen 2.000 Mitarbeiter und eine starke Logistik.

Apotheken auf einen Blick

"Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker". In Österreich spielen die öffentlichen Apotheken eine wichtige Rolle als Gesundheitsnahversorger. Ob Großstadt, Kleinstadt oder Gemeinde: Die österreichischen Apotheken liefern Qualität auf höchstem Niveau und das zu niedrigen Preisen, wie im Vergleich mit anderen europäischen Ländern deutlich hervorgeht. Trotz der hohen Kaufkraft in Österreich liegen die Arzneimittelpreise unter dem europäischen Durchschnitt. Insgesamt beraten knapp 6.000 akademisch ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker in 1.360 Apotheken die Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Die Beratungskompetenz ist eine der zentralen Leistungen der Apotheker. Zusätzlich erbringen über 350 Apothekerinnen und Apotheker wertvolle Versorgungs- und Beratungsleistungen für die Patienten in den österreichischen Krankenanstalten.

Quelle: APA

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