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Über pulmonale Atemnot, Fieber & Antibiotika und Neues zum Thema Asthma bronchiale

Über pulmonale Atemnot, Fieber & Antibiotika und Neues zum Thema Asthma bronchiale

Atemnot ist ein sehr schwieriges Thema und entsteht aus einer Vielzahl an Faktoren. Beinahe jeder vierte Patient in der Ordination und jeder zweite in der Spezialambulanz berichtet davon.

Am 2. Wiener Lungentag hielt Univ.-Doz. Dr. Leopold Stiebellehner einen Vortrag über die pulmonale und nicht pulmonale Atemnot. Die Atemnot ist eine sehr subjektive Erfahrung und daher äußerst schwierig richtig einzuschätzen. Die Schwere der Erkrankung lässt sich mit keinem Laborparameter messen. Daher haben sich eine Vielzahl an Fragebögen und Scores entwickelt. Auch die Klassifikation der COPD beschränkt sich mittlerweile nicht mehr nur auf die Einteilung der Lungenfunktion (GOLD I-IV), sondern beinhaltet nun wie symptomatisch der Patient ist und wie häufig er Exacerbationen erleidet (GOLD A-D).

 

Der Patient empfindet die Atemnot als lebensbedrohliches Gefühl des Erstickens. Medizinisch gesehen entsteht die Atemnot aber aus einer Vielzahl von pathophysiologischen, psychologischen, sozialen und umweltbedingten Faktoren und kann sekundäre physiologische und verhaltensbezogene Antworten auslösen.

 

Die meisten Patienten mit Atemnotbeschwerden können in eine der beiden Gruppen – respiratorisch oder kardiovaskulär bedingte Dyspnoe zugeordnet werden. Oft ist hier ein muskulärer Trainingsmangel zu erwarten.

 

 

Mit viel Witz und Charme referierte Prim. Univ.-Doz. Dr. Christoph Wenisch über Fieber und Therapie von Atemwegsinfektionen. Da Fieber eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers darstellt, wird ein Arzt nie danach trachten, dieses routinemäßig zu senken. Außer natürlich es gibt zusätzlich andere Probleme, wie Halluzinationen, Herzleiden oder Atemnot. Bei einer KHK oder bei Hirnschädigung ist eine Senkung der Körpertemperatur empfohlen. Medikament der Wahl sei hier Paracetamol und sollte vor allem Aspirin in jedem Fall vorgezogen werden.

 

Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrages war der Einsatz und Gebrauch von Antibiotika. Bei Atemwegserkrankungen, wie bakterieller Sinusitis, Bronchitis und Pneumonie sollten bei entsprechender Indikation und dem Vorliegen von Risikofaktoren Antibiotika rational und kurz eingesetzt werden. Auch sollten die verschiedenen Antibiotikagruppen wechselnd eingesetzt werden, um Resistenzentwicklungen zu vermeiden.

Aufgelockert hat Dr. Wenisch seinen Vortrag mit dem Fallbefund seiner Schwiegermutter, mit dem er auf witzige Art und Weise auf das Erkennen eines vergleichsweise „harmlosen“ Atemwegsinfektes hinweisen wollte.

 

Vervollständigt hat den zweiten Themenblock Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke mit seinem Vortrag über „Asthma bronchiale: Altes und Neues?“. Asthma b. tritt mit 10% bei Kindern und 5% bei Erwachsenen relativ häufig auf. Es handelt sich um eine heterogene, multifaktorielle, chronisch inflammatorische Erkrankung der Bronchien. Es gibt mehrere Ursachen für Asthma b. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Genetik, Umwelt und Epigenetik.

 

Die Basis der Asthmatherapie beruht auf der Inflammationskontrolle. Ziel sollte immer die Asthmakontrolle mit maximaler Beschwerdefreiheit und Lebensqualität sein. Für schweres Asthma b. sind in den nächsten Monaten neue, monoklonale Antikörper gegen IL-5 zu erwarten.

Quelle: Vorträge vom 2. Wiener Lungentag, am 22.10.2016 Fotos: CredoWeb

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