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Schlaganfall ist behandelbar

Schlaganfall ist behandelbar

 

Weltweit erleiden pro Jahr etwa 17 Millionen Menschen einen Schlaganfall. 6,5 Millionen Menschen überleben ihn nicht. Der Schlaganfall ist die zweithäufigste Todesursache und die Hauptursache für Behinderungen. Anlass für die österreichische Schlaganfall-Gesellschaft (ÖGSF) über Risiken, Symptome und über den rechtzeitigen Zugang zur Versorgung zu berichten.

In Österreich sind jedes Jahr etwa 24.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen. Wobei das Schlaganfall-Risiko mit zunehmendem Alter steigt, so Prof. Kiechl: „Zwei Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen im Alter zwischen 45 und 54 Jahren erleiden einen Schlaganfall. Im Altersbereich von 65 bis 74 Jahren sind sechs Prozent betroffen, bei den über 75-Jährigen über zehn Prozent.“

Jeder sechste Betroffene stirbt, gut die Hälfte der Überlebenden kann nach einer adäquaten Therapie und Rehabilitation wieder ein normales Leben, frei von Behinderung, führen. Allerdings bleiben 15 Prozent der Patienten ein Leben lang mehr oder weniger stark beeinträchtigt und ebenso viele werden zum Pflegefall. Durch Medikamente, stationäre Akut-Therapie, Rehabilitation, Reha-Nachbetreuung, Arbeitsunfähigkeit sowie Invalidität und die notwendige Pflege verursachen Schlaganfälle in Österreich pro Jahr rund 1,1 Milliarden Euro an Kosten.

Schlaganfall ist vermeidbar: Lebensstil und Luftverschmutzung als Risiken

 

Eine Auswertung der Schlaganfall bezogenen Daten aus der Global Burden of Disease Study 2013 mit Zahlen aus 188 Ländern hat die Risikofaktoren für einen Schlaganfall analysiert. Untersucht wurden die Risiken in Bezug auf die sogenannten DALYs (disability-adjusted life years), also auf die Lebensjahre, die Schlaganfallpatientinnen entweder durch vorzeitigen Tod oder durch eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung verloren gehen.

 

Die wichtigste Botschaft für die Prävention:

Über 90 Prozent der in der weltweiten Studie erfassten Risikofaktoren lassen sich durch gesundheits- und gesellschaftspolitisch Maßnahmen reduzieren. Die größten Schlaganfall-Risikofaktoren sind der Studie zufolge Bluthochdruck (64,1 Prozent), eine Ernährung mit zu wenig Obst und Gemüse (35,6 Prozent), Übergewicht (23,5 Prozent), zu hoher Salzkonsum (22,6 Prozent) und das Rauchen (20,7 Prozent).

Die Daten zeigen aber auch einen neuen globalen Risikofaktor auf – die Krankheitsbelastung, die der Schlaganfall verursacht, könnte um 29,2 Prozent verringert werden, wenn die Menschen nicht der Luftverschmutzung ausgesetzt wären. Besonders betroffen sind hiervon die afrikanischen Länder südlich der Sahara und Regionen in Südasien. Hier ist die Luftverschmutzung der drittgrößte Risikofaktor für einen Schlaganfall. In den westlichen Industrienationen sind diese Werte wesentlich geringer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlaganfall-Risiko steigt mit dem Alter

Global betrachtet sind zwischen 1990 und 2013 so gut wie alle wichtigen Schlaganfall-Risikofaktoren angestiegen: hoher BMI/Übergewicht zum Beispiel um mehr als 46 Prozent, Bewegungsarmut um mehr als 39 Prozent, Diabetes um rund 44 Prozent und hoher Blutdruck um mehr als 39 Prozent. Die Risikofaktoren sind in den Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen gestiegen, hingegen in den mit höherem hingegen Einkommen gesunken. Die Bedeutung der einzelnen Risikofaktoren variiert zudem regional.

Die häufigsten Schlaganfall-Risikofaktoren in Österreich sind Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Diabetes, Rauchen und Übergewicht. Und auch hierzulande steigt das Schlaganfall-Risiko mit zunehmendem Alter. Zwei Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen im Alter zwischen 45 und 54 Jahren erleiden einen Schlaganfall. Im Altersbereich von 65 bis 74 Jahren sind sechs Prozent betroffen, bei den über 75-Jährigen über zehn Prozent der Bevölkerung. Jedoch ist die Zahl der jüngeren (unter 50 Jahren) Schlaganfallpatienten in Österreich im Steigen begriffen.

Schlaganfall-Forschung fördern

In der Schlaganfallforschung gab es noch nie so rasante Fortschritte, wie in den vergangenen Jahren. Allerdings ist es angesichts der weiterhin zunehmenden Risikofaktoren und der immer größer werdenden Zahl älterer Menschen notwendig, die gezielte Forschungstätigkeit weiter zu intensivieren, um die Auswirkungen der Risiken besser verstehen zu können und die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Investitionen in die Forschung zahlen sich aus, da es auch darum geht, die enormen Krankheitskosten, die Schlaganfälle verursachen, zu reduzieren. Ein stärkeres Engagement, auch der öffentlichen Forschungsförderung, ist dringend erforderlich.

Quellen:
Valery L Feigin, Gregory A Roth, Mohsen Naghavi et al: Global burden of stroke and risk factors in 188 countries, during 1990–2013: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2013. Lancet Neurol 2016; 15: 913–24
http://www.oegsf.at
http://www.world-stroke.org

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