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Selbstwirksamkeit als Schlüssel gegen Stress

Selbstwirksamkeit als Schlüssel gegen Stress

In seinem Buch „Rotkäppchen und der Stress“ beschreibt Manfred Spitzer ein interessantes Experiment: Eine Ratte in einem Käfig erhält einen kleinen elektrischen Schock über den Drahtfußboden. Das Ereignis wird durch das Aufleuchten eines Lichts angekündigt. Die Ratte kann den schmerzenden Stromstoß abwenden, indem sie rechtzeitig nach dem Signal einen Schalter betätigt. Ab und zu ist sie jedoch zu langsam und bekommt einen Stromschlag. In einem weiteren Käfig in einem anderen Raum sitzt eine weitere Ratte, die immer dann einen Stromstoß erhält, wenn dies auch im anderen Käfig der Fall ist. Ihr ist es aber im Gegensatz zu ihrer Artgenossin nicht möglich den elektrischen Schock zu verhindern.

Welche Ratte hat nun mehr Stress? Man könnte meinen die erste, weil sie bei Aufleuchten des Lichtes schnell reagieren muss, während das zweite Tier nichts tun muss, weil sie den elektrischen Schock ohnehin nicht abwenden kann. In Wirklichkeit hat jedoch die zweite Ratte die größere Konzentration von Stresshormonen.

Stress ist gleich Kontrollverlust
Spitzer schließt daraus: „Nicht die unangenehmen Erfahrungen an sich bewirken Stress, sondern das Gefühl, ihnen machtlos ausgeliefert zu sein…. Gestresst sind wir immer dann, wenn uns die Kontrolle abhandenkommt.“ Daraus folgt, dass nicht die Anstrengung an sich Stress erzeugt, sondern das Fehlen von Kontrolle. Diese Sichtweise macht sehr gut verständlich, warum auch arbeitslose Menschen Burnout bekommen können. Obwohl sie keine anstrengenden Tätigkeiten ausführen müssen, verursachen die Sorgen um Finanzen und Zukunft großen Stress.
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