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Ausschalten von bestimmtem Molekül verstärkt Multiple Sklerose

Ausschalten von bestimmtem Molekül verstärkt Multiple Sklerose

Eine neue Hypothese, warum bestimmte Regionen im zentralen Nervensystem bei Multipler Sklerose (MS) besonders viele Entzündungen aufweisen, haben Wissenschaftler an der Universität Münster aufgestellt. Wie Erstautorin Luisa Klotz in "PNAS" berichtet, ist das Zusammenspiel von Immunzellen mit dem Endothel entscheidend. Bisher war bei MS unklar, warum bestimmte Hirnregionen besonders betroffen sind, während andere geschützt bleiben.

Entzündungsherde auch in anderen Hirnregionen

Im Mausversuch zeigte sich, dass erkrankte Tiere ursprünglich nur Entzündungsherde an bestimmten Stellen des zentralen Nervensystems hatten. Nachdem die Forscher das hemmende Molekül B7H1 ausgeschaltet hatten, verschlechterte sich der Krankheitszustand der Tiere. Entzündungsherde fanden sich nun auch in anderen Hirnregionen. Diese neuen Herde konnten entstehen, weil die Immunzellen in diesem Modell einen stärkeren Schaden an der endothelialen Schutzhülle auslösten. Dadurch war der Weg frei in neue Hirnregionen.

"Eine solche Beeinträchtigung der Endothel-Funktion ist eine notwendige Bedingung für das Entstehen entzündlicher Läsionen. Die zugrunde liegenden Mechanismen dieser Schädigung waren bisher noch nicht bekannt", erklärt Studienleiter Heinz Wiendl.

Quelle: PNAS/APA

Bildquelle: APA (Symbolbild)/ROLAND SCHLAGER

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