Artikel

Orthopädie-Ausschreibung von zukünftigen Kassenarztstellen

Orthopädie-Ausschreibung von zukünftigen Kassenarztstellen

Dr. Thomas Holzgruber, Kammeramtsdirektor der Wiener Ärztekammer, sprach bei der Jahrestagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (26.11.) über die Auswirkungen des neuen Sonderfaches Orthopädie und Traumatolgie auf den niedergelassenen Bereich.


Mit der Trennung der Fächer Unfallchirurgie und Orthopädie nahm Österreich international eine Sonderstellung ein. Das neue EU-konformes Curriculum für Orthopädie und Traumatologie, das die Fachrichtungen zusammenführt, ist in Österreich am 1.06.2015 in Kraft getreten. Was das für die Orthopädie-Ausschreibung von zukünftigen Kassenarztstellen bedeutet, erläutert Dr. Thomas Holzgruber, Kammeramtsdirektor der Wiener Ärztekammer.

Kassenärzte haben sogenannte Einzelverträge mit den Krankenkassen (GKK, SVA, BVA, VAEB und KFA), welche mit der Kündigung bzw. dem Tod des Vertragsarztes enden. Eine Beendigung des Einzelvertrages führt dazu, dass dieser Vertrag neu ausgeschrieben wird, wobei der ehemalige Vertragsarzt keine Mitsprache hat.

Jede Rücklegung führt zur Diskussion zwischen regionaler Ärztekammer und regionaler GKK, wie die Stelle nachbesetzt wird (örtlich und fachlich). Bei der Stellenplanung schließen sich Sonderversicherungsträger (SVA, BVA, VAEB und KFA) immer (österreichweit) der Entscheidung der ÄK/GKK an.

Die Ausschreibung legt fest welches Versorgungsgebiet zu versorgen ist, welche fachlichen Versorgungsleistungen notwendig sind sowie welche Fachgebiete diese Versorgung gewährleisten können. Fachlich qualifiziert sind Sonderfächer, wenn mehrere Facharztgruppierungen fachlich medizinisch berechtigt sind, die vorgesehenen Versorgungsleistungen zu erbringen.

Das könnte am Beispiel der Fächer Neurologie und Psychiatrie dargestellt werden - bis 1994 gab es Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie sowie Fachärzte für Psychiatrie und Neurologie; ab 1994 - getrennte Fachärzte für Neurologie und Fachärzte für Psychiatrie. Und ab 2006 gibt es Fachärzte für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin. Zum Beispiel: Ausschreibung psychiatrischer Leistungen (WGKK): Fachärzte für Psychiatrie und Neurologie, Fachärzte für Psychiatrie, Fachärzte für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin. Schließlich haben alle FachärztInnen die gleiche Ausgangsposition.

In der Orthopädie gibt es noch keine Festlegungen zwischen regionalen Ärztekammern und regionalen GKKs. Eine denkbare Vorgangsweise bei der orthopädischen Versorgung wäre, dass sowohl Stellen für Fachärzte für Orthopädie als auch für Fachärzte für Orthopädie und Traumatologie ausgeschrieben werden und nicht für Fachärzte für Unfallchirurgie, da sie orthopädisch nicht versorgen dürfen. Eine endgültige Entscheidung muss aber regional bei jeder einzelnen Ausschreibung getroffen werden.

Quelle: Präsentation: Orthopädie – Ausschreibung von zukünftigen Kassenarztstellen (die Präsentation von Dr. Thomas Holzgruber finden Sie im Anhang)

Titelbild: Dr. Thomas Holzgruber (Copyright: © Gregor Zeitler)

Kommentare