Seltsame Eisenverteilung im Gehirn von Parkinson-Patienten
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Seltsame Eisenverteilung im Gehirn von Parkinson-Patienten

Seltsame Eisenverteilung im Gehirn von Parkinson-Patienten

Neue MRT-Technik liefert bisher unbekannte Ergebnisse. Daten könnten die Diagnose von Demenzerkrankungen verbessern

Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) haben mit einer speziellen Technik der Magnetresonanztomographie (MRT) herausgefunden, dass Eisen im Gehirn von Parkinson-Patienten auf ungewöhnliche Weise verteilt ist. In einem Artikel in "Brain" meinen die Studienautoren, dass dieses Wissen die Parkinson-Diagnose verbessern und neue Erkenntnisse über die Krankheitsmechanismen ermöglichen könnte.

"Bisher wissen wir nicht, wodurch Parkinson ausgelöst wird. Durch Eisen verursachter oxidativer Stress gilt jedoch als möglicher Krankheitsmechanismus", sagt Erstautor Julio Acosta-Cabronero.
"Daher haben wir nach Möglichkeiten gesucht, die Eisenverteilung im gesamten Gehirn abzubilden. Bei Parkinson wurde das noch nicht getan."

Für die Studie wurden die Gehirne von 25 Menschen mit Parkinson und 50 gesunden Studienteilnehmern mittels QSM (quantitative susceptibility mapping) untersucht. QSM ist eine relativ neue Entwicklung. "Die Untersuchungen neurodegenerativer Erkrankungen mit Hilfe der MRT haben sich bisher vorwiegend darauf konzentriert, den Verfall von Nervenzellen zu erfassen. Über die Ursachen dieser Erkrankungen ist bisher jedoch nur sehr wenig bekannt. Von neuen Verfahren wie der Ganzhirn-Analyse mit QSM erhoffen wir neue Erkenntnisse über die Krankheitsmechanismen", so Studienleiter Peter Nestor.

"Bei Parkinson-Patienten stellten wir, wie aufgrund vorheriger Studien erwartet, einen erhöhten Eisengehalt in der Substantia nigra fest, aber auch in weiten Bereichen des Neocortex", erklärt Nestor. Die herkömmliche MRT konnte im Gegensatz dazu keine wesentlichen Unterschiede zwischen Parkinson-Betroffenen und gesunden Studienteilnehmern feststellen. Darüber hinaus zeigte die QSM Anomalien auch in Hirnbereichen, die in Zusammenhang mit Parkinson bisher wenig beachtet wurden. "Der Nucleus dentatus weist normalerweise einen hohen Eisengehalt auf. Unser das gesamte Gehirn umfassende Ansatz zeigte jedoch bei Parkinson-Patienten einen verringerten Eisengehalt in diesem Areal. Bei einigen Betroffenen war der Rückgang extrem. Dies unterstreicht, wie diese Methode neue Möglichkeiten zur Erforschung der Parkinson-Krankheit eröffnen kann", sagt Nestor. Er ist überzeugt, dass dieser Ansatz auch für den Klinikalltag geeignet ist: "QSM könnte helfen, die Diagnostik von Parkinson und ähnlichen Erkrankungen zu verbessern."

Quelle: Brain (abstract)/APA

Bildquelle: shutterstock

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