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Komplementärmedizin bei Rheuma

Komplementärmedizin bei Rheuma

Alleine oder in Kombination – Komplementärmedizin in Form von Phytotherapie, Homöopathie oder als Zusammenspiel von ausgewogener Ernährung und entsprechender Bewegung, wird besonders im Hinblick auf die Reduzierung von Medikamentenverbrauch und Kosten sowie dem geringeren Nebenwirkungscharakter eingesetzt. Dass Homöopathie in Österreich tatsächlich beliebt ist, zeigt unter anderem eine Studie der GfK Austria (2014) (Link: http://www.homoeopathiehilft.at/show_content2.php?s2id=178) . Der Studie zufolge nutzt jede(r) zweite Österreicher(in) über 15 Jahren homöopathische Arzneien und etwa 60 Prozent der ÖsterreicherInnen setzen großes Vertrauen in die Leistungen der homöopathischen Medizin. Dabei liegen Erkältungen bzw. grippale Infekte an der Spitze der Beschwerden, gegen die Homöopathika angewendet werden. Allerdings werden diese auch bei rheumatischen Erkrankungen wie etwa bei Arthrose oder rheumatoider Arthritis eingesetzt.

Rheuma: mehr als 400 Diagnosen

Rheuma ist keine einzelne Krankheit, sondern bezeichnet über 400 verschiedene Erkrankungen – davon ist in Österreich jeder vierte Erwachsene betroffen, aber auch bei Jugendlichen ist Rheuma keine Seltenheit – pro Jahr gibt es etwa 150 neue Erkrankungen hierzulande. Pflanzliche Heilmittel und weitere alternative Heilmethoden können Rheuma, das viele verschiedene Formen und Ausprägungen hat, positiv beeinflussen.

Medizinische Rheumabehandlung mit Homöopathie unterstützen

Verschiedene homöopathische Mittel eignen sich, um die medizinische Behandlung von Rheuma zu ergänzen, wobei es besonders darum geht, Beschwerden und Schmerzen zu lindern. Bei rheumatischen Beschwerden, Muskel- und Gelenksschmerzen sowie bei Morgensteifigkeit können beispielsweise Extrakte aus Teufelskrallenwurzel verwendet werden. Diese wirken sich leicht entzündungshemmend und schmerzstillend und sind bei chronischen Schmerzen zur Dauereinnahme über mehrere Monate geeignet.

Zaunrübe (Bryonia Alba) wird besonders bei akutem Rheuma (unter anderem bakterielle Polyarthritis, rheumatisches Fieber, entzündlich-rheumatische Erkrankungen), also bei stechenden, brennenden Schmerzen sowie bei serösen Entzündungen eingesetzt. Darüber hinaus soll jegliche Bewegung vermieden werden – Ruhigstellung, leichte Kälte und Druck auf die betroffene Stelle lindern die Beschwerden.

Aber auch bei Erkältung – vor allem beim Schnupfen, Niesen, Husten, Laryngitis mit Heiserkeit und stechenden Brustschmerzen sowie Bronchitis – findet die Zaunrübe breite Anwendung. Bei hohem Fieber, Erschöpfung, Schmerzen, Lymphknotenschwellungen und Entzündungen der Drüsen (Tonsillitis, Mastitis) kommen Kermesbeeren (Phytolacca decandra) erfolgreich zum Einsatz.

Bei chronischem Rheuma (z.B. rheumatoide Arthritis, Arthrose) weist beispielsweise der Giftsumach (Rhus Toxicodendron) einen positiven Effekt auf. Das Sumachgewächs lindert Schmerzen der Muskeln, Gelenken, Knochen und Sehnen, die überlastet oder gezerrt wurden. Darüber hinaus verschlimmern Feuchtigkeit, Kälte, Waschen und Frost die Beschwerden, während sich anhaltende Bewegung, Stellungswechsel, Reiben, Hitze sowie warme Getränke die Symptome lindern.

Als die wichtigste Arznei, wenn Haut, Schleimhaut oder der Verdauungstrakt von Mund bis zum After betroffen sind, gilt Sulfur (Schwefel). Zudem hat sich die Behandlung von Schmerzen wie Rheuma- oder Gelenkschmerzen mit Sulfur bei Patienten, die an Arthritis, Synovitis oder Gicht leiden, als wirksam bewährt. Besonders bei starken Schmerzen in den Händen, Anspannung im Nacken, Knien und Knöcheln sowie Kribbeln an den Gliedmaßen wird Sulfur verabreicht. Diese Beschwerden werden vor allem durch Wärme und trockene Kälte verstärkt.

Außer der herkömmlichen Homöopathie bestehen weitere Möglichkeiten wie etwa Akupunktur, Misteltherapie, Neutraltherapie, Chirotherapie, traditionelle chinesische Medizin etc., um Rheuma komplementär zu behandeln und Beschwerden zu lindern. Obwohl pflanzlich, setzt auch Homöopathie, sowie jede andere alternative Methode, eine individuelle Therapie voraus – diesbezüglich ist auch bei der Komplementärmedizin ein Besuch beim Spezialisten zu empfehlen.

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