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Helicobacter pylori wird schnell zum dominanten Keim

Helicobacter pylori wird schnell zum dominanten Keim

Helicobacter pylori

Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und der Universität Magdeburg haben in einer Studie die Helicobacter pylori-Besiedelung von der Mundhöhle bis zum Dünndarm mit Hochdurchsatz-Sequenzierung auf Basis der RNA-Profile analysiert. Es zeigte sich, dass jeder Mensch über sein eigenes, sehr individuelles Mikrobiom durchgängig von der Mundhöhle bis zum Dünndarm verfügt. Ist H. pylori vorhanden, übernimmt er rasch "das bakterielle Kommando". Die Studie ist in "Gut" erschienen.

Für die Arbeit wurde das Mikrobiom des oberen Verdauungstraktes bei 24 Patienten untersucht, von denen acht eine nachweisbare Infektion mit H. pylori hatten. Es wurden insgesamt über 120 Patientenproben aus der Mundhöhle, dem Magen und dem Zwölffingerdarm entnommen. Mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung und umfangreicher bioinformatischer Analysen auf Basis der RNA-Profile konnten die Forscher sehr detailliert feststellen, welche Mikroorganismen an den einzelnen Stationen stoffwechselaktiv sind.

"Wir konnten nachweisen, dass jeder Mensch ein ganz individuelles Mikrobiomprofil aufweist, welches sich konsistent durch die Regionen des oberen Magen-Darmtrakts zieht", sagt Studienleiter Dietmar Pieper.

Insgesamt wurden über 600 Phylotypen in den Proben nachgewiesen. Die Mikroorganismengemeinschaft setzte sich hauptsächlich aus Firmicutes, Bacteriodetes, Proteobacteria, Actinobacteria und Fusobacteria zusammen. "Wenn H. pylori vorhanden war, dominierte er schnell die gesamte Besiedelung in der Magenschleimhaut. Darüber hinaus beeinflusst eine Infektion mit H. pylori jedoch auch die Mikroorganismengemeinschaft des Zwölffingerdarms und der Mundhöhle", so Pieper.

Jetzt soll geprüft werden, inwieweit die bakterielle Besiedelung in der Mundhöhle eine wesentliche Rolle für die Empfindlichkeit für Helicobacter-Infektionen spielt. Die Veränderung des bakteriellen Mikrobioms im Zwölffingerdarm durch eine H. pylori-Infektion im Magen könnte ebenfalls einen maßgeblichen Einfluss auf die Entstehung von Darmerkrankungen haben.

Quelle: Gut/APA

Bildquelle: Helmholtz-Zentrum/Manfred Rohde

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