Osteoporose bei chronisch entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
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Osteoporose bei chronisch entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

Osteoporose bei chronisch entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen sind oft mit einem erhöhten Osteoporoserisiko assoziiert. Dr. Bernhard Rintelen über die Faktoren, die das Risiko zur Entstehung von Osteoporose bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen steigern und die Therapiemöglichkeiten, die sich anbieten.

 Dr. Bernhard Rintelen
(Copyright: © privat)

CredoMedia: Was für eine Verbindung besteht zwischen dem Immunsystem und Knochen?

Dr. Bernhard Rintelen: Es ist ein ganz großer Zusammenhang – vor allem über das RANKL-System, also der biochemische Regelkreislauf, der bewirkt, dass der Knochenabbau mit dem Knochenaufbau in einem gesunden Gleichgewicht bleibt, und die Entzündungsmediatoren TNF-alpha, IL-6, IL-1, IL-17, sowie Sklerostin haben wir ein umfassendes System, das die Knochen, vorwiegend über das RANKL-System, beeinflusst. Besonders in den letzten Jahren ist es gelungen, die enge Verbindung zwischen Knochen und Immunsystem besser zu verstehen und sowohl die lokalen Veränderungen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, als auch die Mechanismen des systemischen Knochenumbaus in die therapeutischen Überlegungen mit einzubeziehen.

CredoMedia: Welche sind die wichtigsten Gründe für ein erhöhtes Osteoporoserisiko bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen?

Dr. Bernhard Rintelen: Daran sind mehrere Faktoren beteiligt – einerseits die entzündliche Aktivität, die auch den Knochenabbau zu Ungunsten des Knochenaufbaus beeinflusst, andererseits auch die verminderte Mobilität der Patienten und sicherlich zum Teil auch der Einsatz gewisser Medikamente bei der Therapie, so vor allem das Kortison.

CredoMedia: Wodurch könnte Ihrer Meinung nach das Risiko der Entstehung von Osteoporose bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen reduziert werden?

Dr. Bernhard Rintelen: Das wichtigste erscheint mir die entzündliche Krankheitsaktivität herabzusetzen, den Patienten in eine Remission zu bringen, sprich in einen Zustand als ob die Krankheit nicht vorhanden wäre. Das soll mit möglichst wenigen Medikamenten, also nur jenen, die tatsächlich notwendig sind, erreicht werden, wobei die Therapie regelmäßig überprüft werden soll – dann tut man sicherlich dem Knochen auch etwas Gutes.

CredoMedia: Was tut sich im Bereich der Therapiemöglichkeiten der Rheumatologie bzw. was erwarten Sie sich für die Zukunft?

Dr. Bernhard Rintelen: Wir sind in den letzten fünfzehn Jahren mit unseren therapeutischen Möglichkeiten wirklich verwöhnt – es kommen laufend neue Medikamente auf den Markt, die in die Entzündungskaskade gezielt eingreifen. Ich erwarte mir weiterhin ein sehr spannendes Umfeld, was neue Therapiemöglichkeiten betrifft.

CredoMedia: In diesem Zusammenhang – was halten Sie von der Biologika-Therapie?

Dr. Bernhard Rintelen: Genau das habe ich damit gemeint, dass wir durch diese neuen Therapieformen, die immer mehr erweitert werden, verwöhnt sind. Durch den frühen Einsatz von Biologika als basistherapeutische Intervention bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ergab sich eindeutig ein Quantensprung in den Therapiemöglichkeiten der Rheumatologie. Somit formiert sich, meiner Meinung nach, eines der spannendsten Gebiete in der Medizin überhaupt.

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