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Wechseljahre – Übergang in eine neue Lebensphase

Wechseljahre – Übergang in eine neue Lebensphase

Wechseljahre – Übergang in eine neue Lebensphase
Eine Chance für Entwicklung und Wachstum

Wohl kaum eine natürliche Veränderung im Leben löst so viele tiefe Ängste und unbewusste Befürchtungen aus wie die Wechseljahre und das Älterwerden in unserer Gesellschaft.

„In den letzten Jahrzehnten gab es eine Entwicklung in unserer westlichen Gesellschaft, die Menopause, ähnlich wie die Andropause, erstens als etwas Krankhaftes und Unerwünschtes, und zweitens als etwas Symptombehaftetes zu sehen, welches bekämpft gehörte. Die Ursachen dafür sind wie immer multifaktoriell, ein Verlust des Bezugs zur Natur als unsere Referenz ist aber wahrscheinlich einer der wichtigsten.“ so Dr. Gerhard Kögler Anfang Dezember beim Menopause Kongress in Wien.

Kögler beschreibt den Wechsel aus der Sicht der TEM (Traditionelle Europäische Medizin), die den ganzen Menschen, eingebettet in seiner Lebensumgebung betrachtet. In der TEM werden die verschiedenen Lebensphasen den 5 Elementen zugordnet:  Wasser, Erde, Feuer, Luft und Äther, wobei Wasser unserer energetischen Grundlage entspricht. Das Erdelement drückt unsere Strukturen und Ordnungen aus. Feuer steht für die Grundlagen der Wahrnehmung, den Selbstausdruck, während mit Luft das Begreifen und Erfassen bezeichnet wird. Demnach beginnt ab dem 45. Lebensjahr die Phase des Luftelements, was zum einem mit dem Loslassen alter Strukturen zusammenhängt, aber auch mit Selbstreflektion und Erkenntnis des wahren inneren Wesens.

In meiner Praxis als Wechseljahreberaterin konnte ich diesen Prozess häufig beobachten. Ich habe beispielsweise Frauen begleitet, die bis zur Menopause die verlässlichsten, anpassungsfähigsten Familienmenschen waren. Mit dem Beginn des Wechsels zeigte sich jedoch bei vielen eine innere Unzufriedenheit und ein Aufbäumen gegen bisherige Strukturen, die zu Konflikten im persönlichen Umfeld führten. Schweißausbrüche, hoher Blutdruck, Ruhe- und Schlaflosigkeit oder Depressionen waren die Folgen.

Das körperliche Symptome häufig seelische Ursachen haben, ist längst kein Geheimnis mehr. Aber gerade für Frauen, die sich ihr Leben lang um andere gekümmert haben und sich dabei oft selber  nicht gespürt haben, ist es besonders wichtig, zu Beginn der Wechseljahre auf die Sprache des Körpers achten. Bereits die ersten Symptome weisen auf inneren Veränderungen hin. Diese Veränderungen kommen meist  langsam und erfordern, sich selbst viel Aufmerksamkeit zu schenken und die Ursachen ehrlich zu analysieren. 

Frauen, die in der Lebensmitte Bilanz ziehen, werden beispielsweise feststellen, dass es Dinge gibt, von denen sie sich verabschieden müssen. Das ist ein ganz natürlicher Prozess, der oft auch mit Trauer verbunden ist. Wenn sie diese Trauer zulassen können, wird nicht jede Veränderung zur Depression führen, sondern ihnen Kraft geben, sich neu zu orientieren und ihr innerstes Wesen zu erkennen.

Schon die Bereitschaft, die Veränderungen in einem positiven Zusammenhang und als natürliches Ereignis zu sehen und zu versuchen, selbst aktiv zu werden, kann den Verlauf wesentlich beeinflussen. Frauen, die auf ihre innere Stimme hören und die Signale des Körpers verstehen, haben die Chance, den Wechsel als wunderbare Kraft für ihre persönliche Entwicklung zu nutzen.


 

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