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Gelenkschmerz als Symptom - Osteoporose

Gelenkschmerz als Symptom - Osteoporose

Bei Gelenk- und Knochenschmerzen können sowohl degenerative als auch entzündliche Erkrankungsformen Ursache sein. Auf jeden Fall gilt es abzuklären, ob es sich um eine akute, chronische, infektiöse oder immunogene Erkrankung handelt.

Osteoporose als häufige Ursache

Eine Osteoporose ist sehr häufig mit solchen Schmerzen assoziiert. Wir sehen das in unserem Institut in erster Linie bei Patientinnen, die sich in der postmenopausalen Phase befinden. Aber auch andere Risikofaktoren, wie z.B. chronischer Alkoholkonsum, können die Ursache bilden. Durch ein leichtes Trauma verursachte Knochenfrakturen, z.B. im Bereich des Unterarms oder der Wirbelkörper, sind ein Indiz dafür, dass eine Osteoporose vorliegen kann. Das ist speziell bei älteren Patientinnen der Fall. Aufgrund unserer speziellen Expertise werden aber auch jüngere Patientinnen mit seltenen Erkrankungen zu uns überwiesen. Hier bedarf es dann einem interdisziplinären Management.

Der Zusammenhang mit der Menopause liegt bei dem Hormon Östrogen. Dieses stellt einen protektiven Faktor dar und dient als Schutz gegen das Auftreten von Knochenschwund. Genetisch bedingt tritt nach der Menopause ein Östrogenmangel auf, der die Osteoporose fördert. Die Anti-Baby-Pille spielt hier keinerlei Rolle.

Medikamente fördern Osteoporose

Aber diverse Medikamente, wie z.B. Magenschutzmittel, die für längere Zeit eingenommen werden, oder eine Überdosierung vom Schilddrüsenhormon können den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen. Die Einnahme von Glukokortikoiden und Aromatasehemmer, die bei der Behandlung von Brustkrebs zum Einsatz kommen, oder diverse androgene Therapien, welche beim Prostatakarzinom verwendet werden, führen zu vermehrtem Knochenabbau. Aber auch Diabetes Medikamente (Metformin), Psychopharmaka (Antidepressiva), Antihypotensiva (erhöhen den Blutdruck) und Schleifendiuretika (harntreibend) können die Knochendichte vermindern und so eine Osteoporose fördern. Das ist nicht zu verachten, denn hier spielen sehr viele Faktoren zusammen.

Umso wichtiger ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Wir arbeiten auch eng mit der Abteilung für physikalische Medizin und Rehabilitation zusammen. Gewisse Medikamente, welche die Osteoporose fördern, können nicht einfach so abgesetzt werden. Daher müssen die protektiven Faktoren forciert werden und da spielt die physikalische Medizin eine große Rolle.  Hier lernen die Patienten spezielle Bewegungsmuster um Stürze und somit Knochenbrüche zu verhindern.

Bei bestimmten Medikamenten, wie Protonen-Pumpen-Hemmern (Magenschutzmittel) sollte kritisch hinterfragt werden, ob die Einnahme unbedingt nötig ist. Gerade bei Schmerzmittel wird dieses Medikament häufig dazugegeben. Aber ist das wirklich immer erforderlich?

Die Rolle des Vitamin D

Natürlich ist auch die richtige Ernährung bzw. Lifestyle wichtig. Auf eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D sollte unbedingt geachtet werden. Vitamin D kann und sollte bereits den Säuglingen in Form von Tropfen verabreicht werden. Aber auch bei älteren Patientengruppen spielt eine ausreichende Vitamin D Zufuhr eine wesentliche Rolle. Viele Heimbewohner kommen nur sehr selten ans Tageslicht und je älter man wird, desto schwerer kann Vitamin D über die Haut synthetisiert werden. Daher sollte bei solchen Risikopatienten Vitamin D ebenfalls supplementiert werden. Das betrifft vor allem die kälteren Monate, von November bis April. Es ist sogar üblich, zu Osteoporose Medikamenten Vitamin D Präparate zu geben.

Es gibt aber auch vereinzelt Fälle einer Überdosierung. Gerade bei so genannten Wunderheilern in Deutschland, die Vitamin D sehr hoch dosiert verschreiben, ist Vorsicht geboten. Da hat es bereits mehrere Fälle von Vergiftungserscheinungen gegeben. Nierensteine und -versagen sind die Folge.

Neben der Osteoporose Ambulanz betreuen wir auch das Schilddrüsenzentrum. Viele unserer Patientinnen werden vom Kinderwunschzentrum überwiesen. Auch hier wird der Vitamin D Status überprüft, da bereits mehrfach bewiesen wurde, dass Vitamin D mit der Fertilität und Fortpflanzung in Zusammenhang steht.

Unterschied Arthrose und Osteoporose

Osteoporose bezieht sich auf die Knochensubstanz. Diese hat eine wabenartige Struktur (Spongiosa) im Inneren und ist keineswegs eine monomorphe Masse. Außen herum befindet sich die Kortikalis. Somit wird das Eigengewicht sehr niedrig gehalten. Wenn sich nun der Kalkgehalt bzw. das Bindegewebe im Knochen verändert, dann ändert sich natürlich auch die Festigkeit und der Knochen wird brüchig.

Arthrose bezieht sich auf das Gelenk. (arthros = das Gelenk). Es handelt sich hier um degenerative Veränderungen des Gelenks, die im Laufe des Lebens auftreten können (Fehlbelastungen, der Knorpelüberzug ändert sich oder Fasern treten hervor). Meist führen solche Reibungszustände zu Entzündungen, die noch mehr Schmerzen und Rötungen nach sich ziehen. Schlussendlich werden diese Patienten operiert, nicht selten kommen künstliche Knie- und Hüftgelenke zum Einsatz.

 

 

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