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Bakterien können Salicylsäure auch für sich nützen

Bakterien können Salicylsäure auch für sich nützen

Salicylsäure, die oft in Schmerzmedikamenten vorkommt, kann das Leben von Staphylococcus aureus erleichtern. Da der Wirkstoff dem Körper Eisen entzieht, könne es sein, dass das oft in den oberen Atemwegen ansässige eisen-affine Bakterium seine Gewohnheiten ändert und die Aktivität verstärkt. Das hat eine internationales Forscherteam unter Beteiligung der Veterinärmedizinischen Universität Wien laut einem Artikel in "Frontiers in Microbiology" festgestellt.

In Laborversuchen hat das Team gezeigt, dass der stärkere Konsum des Wirkstoffes Salicylsäure die Bakterien indirekt fördern kann. Dieser auch in Akne- und Hautmedikamenten enthaltene Wirkstoff verbindet sich wiederum mit Eisenionen im Blut. Auf das Eisen im Körper hat es allerdings auch das Bakterium abgesehen. Mangelt es ihm an dieser bevorzugten Nahrung, stellt es seinen Stoffwechsel um. Die neuen negativen Lebensbedingungen führen dann dazu, dass Staphylococcus aureus einen stärkeren Biofilm bildet. So kann es einen noch längeren Zeitraum überstehen.

Salicylsäure findet man allerdings nicht nur in Medikamenten, sondern auch in Obst und Gemüse. "Dadurch isst man quasi jeden Tag eine kleine Dosis des Wirkstoffes", so Studienleiter Tom Grunert. Durch Medikamente erhöht sich der Verlust weiter. "Wir konnten zeigen, dass häufiger Konsum von Salicylsäure bzw. ein vegetarischer Lebensstil die Kolonisierung der oberen Atemwege mit Staphylococcus aureus unterstützen kann", erklärte der Forscher. Dies könne demnach dazu beitragen, dass Staphylokokken-Infektionen länger andauern und schwieriger zu behandeln sind.

Quelle: Frontiers in Microbiology/APA

Bildquelle: Tom Grunert/Vetmeduni Vienna

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