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Warum lebenslanges Impfen wichtig ist

Warum lebenslanges Impfen wichtig ist

Impfprogramme mit einem lebenslangen Ansatz spielen eine wichtige Rolle in der Prävention von Krankheiten und könnten sogar helfen, Antibiotikaresistenzen zu bekämpfen. Dies ist eine Erkenntnis des Europäischen Rates zu Impfungen aus dem Jahr 2014. Basis dafür war eine systematische Überprüfung aller Daten in Bezug auf Impfstoffe und Bevölkerungsgruppen. Vaccines Europe sowie der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) engagieren sich seither für einen europäischen Fahrplan zur Umsetzung eines lebenslangen Impfschutzes in Europa. 

Der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller ist eine Plattform aller in Österreich tätigen Unternehmen, die Impfstoffe herstellen und vertreiben. Ziel des Verbandes ist, den Wert von Impfungen breit zu diskutieren. Ansprechpartner sind die Vertreter des Gesundheitswesens, Ärzte, Apotheker sowie die breite Öffentlichkeit. Der ÖVIH orientiert sich dabei an den Zielen und der Mission des europäischen Dachverbandes Vaccines Europe.

Impfungen bringen individuelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile

Die meisten Länder in Europa konzentrieren sich bis heute vor allem auf die Impfung von Kindern. Im Gegensatz dazu wird der Impfung von Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren oft sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Und das, obwohl es viele Studienergebnisse, Daten und Fakten gibt, die belegen, dass diese Gruppen nicht vernachlässigt werden sollten und auch von einem Impfschutz profitieren können. Vorteile hätten nämlich nicht nur die geimpften Personen selbst. Hohe Durchimpfungsraten in einer Bevölkerung können Herdenimmunität erzeugen und so auch jene schützen, die selbst nicht geimpft sind. Bei ausreichend hohen Impfraten können Krankheiten sogar ausgerottet werden. Auch wirtschaftlich und gesellschaftlich wirken sich Impfungen positiv aus. Krankenhausaufenthalte, Invalidität und Arbeitsausfälle können reduziert, dem Gesundheits- und Sozialsystem Kosten gespart werden. 

Ein Leben lang impfen

Oft ist es nicht ausreichend, nur eine Generation oder eine bestimmte Gruppe zu impfen. Um eine Erkrankung wirklich auszurotten – wie es zum Beispiel bei Masern das Ziel ist – müssen Kinder und Erwachsene geimpft werden. Ähnlich ist es bei Influenza. Eine hohe Durchimpfungsrate bei Kindern ist wichtig, da sie eine sehr hohe Infektionsrate haben und für die rasche Verbreitung der Influenza mitverantwortlich sein können. Kinder können die Erkrankung in die Familie weitertragen – bis hin zu den Großeltern, für die eine Influenzainfektion allerdings ganz besonders gefährlich sein kann. Wären alle Generationen gut durchgeimpft, könnten viele Krankheitsfälle vermieden werden. 

Grundsätzlich sollten also Menschen jeden Alters mittels Impfung vor (impfpräventablen) Infektionskrankheiten geschützt werden. Regelmäßiges Auffrischungen ist bei den meisten Impfungen das A und O. 

Hohe Durchimpfungsraten notwendig

Um Krankheiten auch tatsächlich zum Verschwinden zu bringen, sind langfristig hohe Durchimpfungsraten auch bei Erwachsenen notwendig. Selbst dann, wenn eine Krankheit längere Zeit nur noch selten aufgetreten ist. Sonst kann folgendes Szenario eintreten (siehe Grafik): Eine Impfung wird eingeführt und gut angenommen – mit der Konsequenz, dass die Krankheit seltener

Nach Chen RT et al., Vaccine 1994; 12: 542-50

auftritt. Mit der Zeit kommt es jedoch oft zu einem Vertrauensverlust in die Impfung und einem Anzweifeln, dass die Impfung notwendig ist. Dies deshalb, weil die Krankheit in der Bevölkerung wenig oder kaum mehr auftritt. Die Impfrate sinkt wieder und es kann zu einem erneuten Ausbruch der Krankheit kommen. Kehrt schließlich das Vertrauen in die Impfung zurück, steigen die Impfraten wieder an. Bei einem ausreichend hohen Niveau kann eine potenziell eradizierbare Krankheit nach einigen Jahren ausgerottet und das Impfprogramm beendet werden. Langfristig hohe Durchimpfungsraten tragen daher zu einem nachhaltigen Gesundheitssystem bei.

Impfen bedeutet Verantwortung tragen, für sich selbst, aber auch für die Gemeinschaft.

Quelle: fine facts-Pressemappe (Statement Mag.a rer.nat Renee Gallo-Daniel); Titelbild: Credit: Österreichischer Verband der Impfstoffhersteller/ © APA-Fotoservice/Hörmandinger; redaktionelle Bearbeitung: Simona Ganeva

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