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Die Wahl der Arzneipflanze: Auswahlkriterien, Entscheidungsfindung, Ergebnis

Die Wahl der Arzneipflanze: Auswahlkriterien, Entscheidungsfindung, Ergebnis

Die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) ist ein einzigartiges
Netzwerk, das seit seiner Gründung am 1. Dezember 2006 mit höchster Kompetenz
daran arbeitet, Naturstoffe und pflanzliche Arzneistoffe zu entwickeln, und diese
Erkenntnisse gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft zum Wohle
der Patienten nach modernsten wissenschaftlichen Standards umzusetzen.

Die erklärten Tätigkeitsfelder der HMPPA sind die Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung sowie deren Umsetzung in der Pharmazeutischen Industrie und die Aus- und Weiterbildung im Bereich pflanzlicher Arzneimittel. Universitäten in Graz, Innsbruck und Wien arbeiten dabei auf überregionaler Ebene zusammen.

Zudem bestehen Kooperationen mit weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen, Registrierungsbehörden, Organisationen und Partnern aus der Wirtschaft in Österreich und dem europäischen Umfeld. Seit 2006 hat sich Österreich mit dieser Plattform im weltweiten Kontext als anerkanntes Kompetenzzentrum für Phytoforschung etabliert.

Durch die Beteiligung von Wissenschaftlern aus den Fachgebieten Angewandte Botanik, Analytische Chemie, Phytochemie, Pharmazie, Pharmakognosie und Medizin ist Kompetenz vom Rohstoff bis zum im Handel erhältlichen pflanzlichen Arzneimittel gegeben. Eine Besonderheit dabei ist auch, dass erstmals Experten aus westlicher Schulmedizin und Traditioneller Chinesischer Medizin zusammenarbeiten.

Damit werden nicht nur neue „Public-Private-Partnerships“ initiiert und gefördert, sondern Österreichs Bedeutung als Kompetenzzentrum auf dem Gebiet pflanzlicher Wirkstoffe und Arzneimittel weiter gestärkt.

Die Arzneipflanze des Jahres
Die Wissenschaft gewinnt nicht nur ständig neue Erkenntnisse über die Wirkung der traditionellen
Arzneipflanzen, auch neue Pflanzenwirkstoffe halten Einzug in die Medizin. Aus diesem Grund wählen deutsche Wissenschaftler der Universität Würzburg seit 1999 alljährlich die Arzneipflanze des Jahres. Nach diesem Vorbild hat sich die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) – bestehend aus Experten der pharmazeutischen Institute der Universitäten Graz, Innsbruck und Wien – ebenso zur Aufgabe gemacht, die Wahl der Arzneipflanze des Jahres in Österreich zu etablieren.

Kriterien für Auswahl
Die Arzneipflanze des Jahres 2017 wurde unter Berücksichtigung folgender Kriterien gewählt:
• Bezug zu Österreich;
• wissenschaftlich aktuell interessant: neue Studien, Forschungsthema eines Instituts, Stimulation von Forschung, Würdigung von vorliegenden Ergebnissen;
• Bedeutung in der Medizin und Pharmazie;
• wirtschaftliche Bedeutung;
• neue Indikationsgebiete;
• Aktuelles zu Qualität oder Anbau;
• ausgeschlossen werden in Deutschland ausgerufene Arzneipflanzen des Jahres der letzten Jahre wie Saathafer, Kümmel, Johanniskraut, Spitzwegerich, Kapuzinerkresse, Süßholz, Passionsblume und Efeu;

Mutterkraut (© Marty Kropp - Fotolia.com)

Mutterkraut ist Arzneipflanze des Jahres 2017
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien kürt die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) das Mutterkraut zur Arzneipflanze des Jahres 2017.

Textquelle: Hennrich.PR - Agentur für  & Kommunikation / Pressemappe "Arzneipflanze 2017: Pharmazeutische Nutzung und ihre Bedeutung in der Medizin"; redaktionelle Bearbeitung: Simona Ganeva;

Der Bezug der Arzneipflanze zu Österreich gehört zu den führenden Auswahlkriterien der HMPAA. Deswegen stellte sich die Frage:

CredoMedia: Welcher Bezug hat das Mutterkraut zu Österreich?

Prof. Dr. Hermann Stuppner: Auf der einen Seite ist das Mutterkraut in Österreich sowohl in Gärten kultiviert, als auch ausgewildert zu finden, auf der anderen Seite wurde vor nicht allzu langer Zeit ein Mutterkraut-Präparat als traditionelles Heilmittel auf dem österreichischen Markt zugelassen. Allerdings besteht schon etwas Nachholbedarf in puncto Bekanntheit des Mutterkrauts – beispielsweise als prophylaktisches Mittel gegen Migräne ist die Arzneipflanze noch nicht so populär.

CredoMedia: Vielen Dank!

ANHÄNGE

© wdw (15.02.2017)
© wdw (15.02.2017)
© wdw (15.02.2017)

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