Damoklesschwert „Cholesterin“
Damoklesschwert „Cholesterin“
Damoklesschwert „Cholesterin“
28.02.17
Apotheke im Pro
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Damoklesschwert „Cholesterin“

Damoklesschwert „Cholesterin“

Ein Begriff, der seit einigen Jahren eng mit dem Thema Gesundheit verbunden ist und immer wieder als Wert genannt wird, auf den es besonders zu achten gilt. Doch was hat es mit dem Cholesterin wirklich auf sich? Woher stammt es? Und vor allem, was können wir tun, damit es uns nicht schadet?

Was ist Cholesterin genau?

Eigentlich ist Cholesterin ein Naturstoff, der in allen Zellen vorkommt bzw. vom Körper selbst produziert werden kann. Sein Name stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Begriffen „chole“ (Galle) und „stereos“ (fest) zusammen, da es bereits im 18. Jahrhundert in Gallensteinen nachgewiesen wurde. Cholesterin bildet einen wichtigen Faktor für den Aufbau unserer Zellmembranen und wird zudem als Ausgangssubstanz für verschiedene Hormone, wie etwa Progesteron, Testosteron oder Corticoide, benötigt. Es ist eigentlich wasserunlöslich, und um mit dem Blut transportiert werden zu können, wird es an sogenannte Lipoproteine – Verbindungen aus Fett bzw. Cholesterin und Eiweiß – gebunden.

Zu viel ist ungesund

Wie überall macht sich auch hier die Menge bemerkbar und lässt eine eigentlich notwendige Substanz, die in unserem Körper natürlich vorkommt, zu einer Gefahr werden. Ein zu hoher Cholesterinspiegel kann auf Dauer nämlich zu einer Verkalkung der Gefäßwände, einer Arteriosklerose, führen. Die Langzeitfolgen können hier von Durchblutungsstörungen bis hin zu Herzinfarkt oder Schlaganfall reichen. Deshalb sollte man stets auf seinen Cholesterinspiegel achten und bei erhöhten Werten Maßnahmen ergreifen, die weder unangenehm noch anstrengend sind, sondern gesund und zudem Spaß machen.

Das Um und Auf: der Lebensstil

Als Couch-Potato und Genießer, der sich mehrmals wöchentlich einen saftigen Schweinsbraten und andere fette Speisen gönnt, wird man wahrscheinlich nicht allzu lange warten müssen, bis sich erhöhte Blutfettwerte einstellen. Hier hilft nur eine grundsätzliche Änderung des Lebensstils mit richtiger Ernährung und regelmäßiger körperlicher Bewegung. Ideal sind eine leichte und eher ballaststoffreiche Kost mit geringem Anteil an tierischen Fetten, wie Butter, Fleisch oder Wurst sowie ein weitestgehender Verzicht auf Alkohol. Pflanzenfette etwa helfen dem Organismus sogar dabei, überschüssiges Cholesterin auszuscheiden.

Senkung durch Medikamente

Falls eine Lebensstiländerung nicht den gewünschten Erfolg bringt, kann der Arzt cholesterinsenkende Präparate verschreiben. Dazu gehören die sogenannten Statine. Sie hemmen die körpereigene Produktion von Cholesterin in der Leber und werden meistens einmal pro Tag, am Abend, eingenommen. Dadurch ist der Wirkstoffspiegel untertags geringer und unangenehme Nebenwirkungen werden auf ein Minimum reduziert. Allerdings beeinflussen Statine leider nicht nur unseren Cholesterinspiegel, sondern wirken sich auch auf die Aufnahme, Verwertung und Ausscheidung von anderen körpereigenen Substanzen, Vitaminen und Spurenelementen aus.

Worauf muss man achten?

Bei der Einnahme von Statinen sollte man einige Dinge berücksichtigen. So können Wirkstoffe, wie etwa Atorvastatin, Lovastatin, Simvastatin, in Kombination mit Grapefruits beeinflusst werden. Diese Früchte und ebenso die mit ihnen verwandten Pampelmusen und Pomelos hemmen spezielle Enzyme in der Darmwand, die für den Abbau der Medikamente verantwortlich sind. Die Folge: Die Wirkung wird verstärkt und hält mehr als 24 Stunden an. Übrigens reichen da schon Grapefruitextrakte in Marmeladen, Joghurts oder Fruchtsäften aus.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie bereits erwähnt, ist eine Statin-Einnahme nicht selten mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. Viele Patienten klagen über Müdigkeit, fühlen sich abgeschlagen und leiden unter Muskelproblemen (Schmerzen, Schwäche). Das liegt daran, dass Statine sogenannte Q-10-Räuber sind. Dieses Coenzym stellt eine wesentliche Quelle für unsere Energiegewinnung dar und wird von unserem Organismus selbst produziert. Zudem ist es in Rind- und Schweinefleisch sowie in Pflanzenölen enthalten. Allerdings nimmt die körpereigene Produktion nach dem 20. Lebensjahr mehr und mehr ab, deshalb sollte man speziell im fortgeschrittenen Alter sowieso an eine zusätzliche Gabe dieses wichtigen Stoffes denken. Er ist nämlich nicht nur ein Energiespender, sondern schützt uns überdies vor gefährlichen freien Radikalen und schädlichen Umweltgiften. Statine jedoch unterdrücken neben der Bildung von Cholesterin auch die Q-10-Produktion, wodurch die Kraftwerke in unseren Zellen nicht mehr optimal arbeiten können und dem Körper somit weniger Energie zur Verfügung stellen.

Q-10 und Vitamine

Um die Energieversorgung der Muskeln auch bei einer Einnahme von Cholesterinsenkern sicherzustellen, sollte der zu erwartende Mangel durch eine entsprechende Nahrungsergänzung ausgeglichen werden. Empfohlen sind ca. 100–300 mg pro Tag, wobei hier mit ApoLife 21 Q10 plus in der Rat & Tat Apotheke ein hochwertiges Eigenprodukt zur Verfügung steht. Ebenfalls sinnvoll ist die Gabe von Vitamin D, das eine wichtige Rolle für die Erhaltung einer normalen Muskelfunktion sowie bei der Regulierung der Muskelkoordination spielt, und von Vitamin B3. Dieses, auch Niacin genannte, Vitamin unterstützt den Energiestoffwechsel in unserem Körper und verringert das Auftreten von Müdigkeit und schneller Ermüdung. Es galt lange Zeit als einziger wirksamer Cholesterinsenker, kommt aber aufgrund der unerwünschten Arzneimittelwirkungen im dermatologischen Bereich (Hautrötungen, Nesselausschläge, Hitzegefühl) eher selten zum Einsatz. Die Einnahme von Medikamenten zum Senken des Cholesterins sollte jedoch immer nur die letzte Möglichkeit sein. Versuchen Sie unbedingt zuerst, die Werte mit einer Änderung des Lebensstils, ausgewogener Ernährung und mehr Bewegung in den Griff zu bekommen. Ihre Rat & Tat Apothekerinnen und Apotheker unterstützten Sie gerne mit Tipps und natürlichen Präparaten dabei, um vielleicht auf die Gabe von Statinen mit ihren nicht unerheblichen Nebenwirkungen verzichten zu können.

 

Quelle:

Apotheke im Pro

Rat und Tat Magazin 2-17

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