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Krebstherapie: kombinierte Methoden steigern Heilungschancen

Krebstherapie: kombinierte Methoden steigern Heilungschancen

Mit individueller Therapie für individuelle Krebs-Patienten steigen Heilungschancen, Überlebenszeit und Lebensqualität, waren sich Experten bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien einig. Der Linzer Urologe Wolfgang Loidl verwies auf vielversprechende Zukunftsaussichten bei der multimodalen Behandlung. Aussagekräftige Langzeit-Studien erweisen sich als Herausforderung.

Am Freitag befasste sich in Wien der dritte Jahreskongress des Dachverbands der onkologisch tätigen Fachgesellschaften unter dem Vorsitz von Loidl mit der optimalen interdisziplinären Behandlung diverser Krebsformen. Zum Teil stehen aktuell mehr vergleichbare effektive Optionen zur Verfügung. Hier gilt es, von Fall zu Fall individuelle Wege zu gehen. Solide nachvollziehbare Studienergebnisse und deren Finanzierung sind bei dieser Herangehensweise allerdings eine Herausforderung, erklärten die Experten. Relativ wenig untersucht sind bis dato zum Beispiel die Wechselwirkungen von Immun- und Strahlentherapie im Rahmen und auch aussagekräftige Belege zu Langzeit-Nebenwirkungen fehlen.

Die Entwicklung neuer immunbiologischer Therapien brachte in der jüngeren Vergangenheit bedeutende Fortschritte. Tumorarten, gegen die noch vor kurzem kaum Therapien gab, können oft gut behandelt werden. Ein Schlüssel für bahnbrechenden Erfolge in Sachen Therapie von Brust-, Darm-, Lungen-, Nieren- und Blasenkrebs, schwarzem Hautkrebs und bei bestimmten Blutkrebsformen liege einerseits bei der Immuntherapie, andererseits habe sich eine Kombination aller zur Verfügung stehender Therapieformen besonders bewährt, sagte Loidl, Primar am Ordensklinikum Linz. Multimodal und multidisziplinär werden immer öfter mehrere zeitlich abgestimmte Therapien im Zusammenspiel aller onkologisch tätigen Fachgruppen in einer ganz speziellen Kombination verordnet.

So setzen Radioonkologen etwa auf eine Kombination von Immuntherapeutika und immunmodulatorischen Effekten der Strahlentherapie. Dabei dürften die Effekte nicht schlicht additiv zusammenwirken, erläuterte der Innsbrucker Radioonkologe Peter Lukas. Sein Salzburger Kollege Felix Sedlmayer verwies auf technische Fortschritte in der Bildgebung und damit einhergehende Möglichkeiten individualisierter Strahlentherapie. Man könne so viel gezielter und kleinflächiger behandeln, ohne an Effektivität zu verlieren.

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Quelle: APA

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