Updates zu den gängigsten Impfungen - Teil 1
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Updates zu den gängigsten Impfungen - Teil 1

Updates zu den gängigsten Impfungen - Teil 1

Sehr interessant und spannend aufbereitet hat Univ.-Prof. Dr. Kollaritsch seinen Vortrag über die neuesten News bezüglich aller gängigen Impfungen. Lesen Sie Teil 1 dieser Serie.

Masern

Masern hat seit 2009 eine gute Durchimpfrate von 85%, seit 2013 explodieren jedoch die Erkrankungszahlen. Die meisten Fälle werden in Rumänien verzeichnet, gefolgt von Italien und UK. Auch in Österreich sind ein Drittel der gemeldeten Masernfälle 2017 von Rumänen. Es gibt mehrere Baustellen: nicht geimpfte Personen, Reisende, Fachkräfte im Gesundheitsbereich und Impfgegner. 2017 wird voraussichtlich ein Masern-Spitzenjahr. Besonders skandalös findet es Univ.-Prof. Dr. Kollaritsch, dass noch immer in den Gesundheitsbereichen Masern auftritt. Das gesamte medizinische Personal muss geimpft sein! Die meisten Betroffenen sind nicht geimpft.

Um einen guten Schutz gegen Masern zu erreichen, muss zwei Mal geimpft werden. Allerdings erreicht Österreich die WHO Vorgabe von einer Durchimpfrate von 95% (zwei Impfungen) nicht, liegen wir bei nur 82%. Dabei ist die Masern-Erkrankung keineswegs harmlos! Durch CD150 Rezeptoren werden Gedächtniszellen zerstört, es kommt zu einem Verlust der persönlichen Immunitätslage und die Bahnen für eine Tuberkulose sind gelegt. Säuglinge sind bereits ab dem dritten Lebensmonat empfänglich für Masern, können aber erst ab dem 9. Lebensmonat geimpft werden. In dieser Lücke müssen sie durch eine gute Durchimpfung indirekt geschützt werden. Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) ist eine Spätkomplikation durch eine Maserninfektion. Sie tritt erst Jahre nach der Infektion im Schulkindalter auf und verläuft zu 95% tödlich. Das Risiko daran zu erkranken liegt bei 1:1700 vor dem 5. Lebensjahr und ist damit weitaus höher als die akute Todesgefahr durch Masern.

Pneumokokken

Bei den Pneumokokken gibt es zwei Impfprogramme, eines für Kinder und eines für Erwachsene. Das Kinder-Impfprogramm ist gut etabliert und die Fälle gehen auch zurück. Es gibt zwei verschiedene Impfstoffe, die jedoch beide primär für Kinder designed wurden.

Influenza

Die Influenzaimpfung kann mittlerweile durch die Nase erfolgen und benötigt nicht mehr zwingend eine Spritze. Der derzeitige Impfstoff hat eine reduzierte Wirkung gegen den H1N1 Stamm. Dies ist jedoch zu vernachlässigen, da die heurige Influenza-Welle hauptsächlich vom H3N2 Stamm geprägt war.

Varizellen

Von Varizellen sind nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene betroffen. Bei Kindern verläuft die Infektion jedoch harmlos, ganz anders bei Erwachsenen. Die Impfung ist nicht kostenfrei, aber gut etabliert. Empfohlen sind zwei Impfungen, um einen 94%igen Schutz zu garantieren.

 

Quelle:

Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Wien

Vortrag "Reisemediziische Updates"

50. Apothekerkongress Schladming

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