Diabetes: Moderne Zuckerersatzstoffe - sinnvoll und unbedenklich?
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Diabetes: Moderne Zuckerersatzstoffe - sinnvoll und unbedenklich?

Diabetes: Moderne Zuckerersatzstoffe - sinnvoll und unbedenklich?

Süßstoffe haben keine Kalorien und können vor allem für Diabetiker ein sinnvoller Ersatz für Zucker sein – jedenfalls innerhalb der empfohlenen Mengen.

Was sollte bei Zuckerersatzstoffen beachtet werden?

Zu dieser Frage referierte die im Wilhelminenspital Wien tätige Diätologin Rita Bugl im Rahmen des 14. Wiener Diabetestag vergangene Woche im Rathaus und erklärte das Für und Wider moderner Zuckerersatzstoffe.

Schaut man heute in die Zuckerregale, findet man sich in einem Dschungel verschiedener Süßungsmittel wieder. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich viele Diabetes-Patienten mit der Auswahl an Süßstoffen (Zuckerersatzstoffen) überfordert fühlen. Man unterscheidet zwischen Süßstoffen (z.B. Aspartam, Acesulfan, Saccharin), Zuckeraustauschstoffen (z.B. Xylit, Sorbit, Erythrit) und Fruktose. Süßstoffe sind kalorienfrei, in Tabletten-, Pulverform oder flüssiger Form erhältlich und besitzen eine 30-20.000-fache Süßkraft, Zuckeraustauschstoffe sind teilweise abführend und blähend, haben < 2,4 kcal/g, eine 0,4-1-fache Süßkraft und beugen Karies vor. Fruktose hat etwas mehr Kalorien und kann leberschädigend sein. Andere Zuckerersatzstoffe wie Kokosblütenzucker, Reis- und Ahornsirup sowie Agavendicksaft erhöhen den Blutzucker übrigens genauso wie herkömmlicher Zucker (!).

Auch Joghurts, Heringssalat, Mayonnaise und Gemüsekonserven sind mit Süßstoffen versetzt (!), daher sollte das Etikett aufmerksam gelesen werden. Besonders Birkenzucker (Xylit) wird stark beworben und ist sehr beliebt, weil er sich nicht auf den Blutzuckerspiegel auswirkt, sparsam verwendbar, zahnschützend und natürlich ist. Er wird aus der Birkenrinde gewonnen und hat eine leicht abführende Wirkung. Der Nachteil von Zuckeraustauschstoffen sind die hohen Kosten (Erythrit € 11,00 für weniger als ½ kg), der teilweise Nachgeschmack (bitter/metallisch), die Verdauungsbeschwerden und die Backtechnik, die mit chemisch hergestellten Zuckerersatz schwierig ist. 

Zucker ist nicht böse

Die Diätologin kommt daher zum Fazit, dass Zuckerersatz nicht unbedingt notwendig ist, da kalorienfreie Süße das Gewicht allein nicht reduziert. „Zucker ist nicht böse!“ - wichtig wäre, zuckerhaltige Getränke wie Limonaden zu vermeiden und besser mit wenig, aber mit herkömmlichen Zucker, als mit Zuckerersatzstoffen zu backen.

Gesunde Snacks für Diabetiker

Um gleich zur Tat zu schreiten, präsentierte der humorvolle Fachlehrer der Gastgewerbeschule in Wien, Franz Dallinger, im Anschluss seine „Gesunden Snacks zwischendurch für Diabetiker“ und ging auf gesunde Nahrungsmittel von A bis Z ein.

Die Avocado zählt zu den Obstsorten, enthält ungesättigte Fettsäuren und ist bereits - nur mit Salz und Zitronensaft - beträufelt ein köstlicher und gesunder Snack zwischendurch. Dallinger empfiehlt Avocados eher zu Hause nachreifen zu lassen, als bereits „vorgereifte“ zu kaufen.

Von selbstgemachten Cracker aus Strudelteig mit Nüssen und „Körndln“ sowie Eier auf Vollkornbrot oder Salat kam er außerdem auf Erdnussbutter zu sprechen, die zu Unrecht als „Dickmacker“ verschrien ist, sie beruhigt vielmehr das Gemüt und wirkt sich positiv auf den Schlaf aus.

Gurken sind kalorienarm und enthalten zahlreiche wasserlösliche Nährstoffe wie Vitamin C und E, Magnesium, Kalzium, Zink, Phosphor, Eisen, Kalium und Arginin (in Schale!). Aus ihnen lassen sich leckere Salate mit Radieschen, Kräutern und Rahmmarinade zaubern. Heidelbeeren sind ebenso vitamin- und nährstoffreich und enthalten darüber hinaus entzündungshemmende und dem vorzeitigen Alterungsprozess vorbeugende Pflanzenstoffe.

Für gesunde Zähne und Knochen sind kalziumreiche Käsehappen zu empfehlen, eventuell mit Kirschparadeisern garniert. Kirschparadeiser zählen zum absoluten Lieblingsgemüse der Österreicher. Es gibt inzwischen 300.000 Sorten, durch Vitamin E, Folsäure und Lycopin beugt dieses Gemüse Herzerkrankungen vor. 10 Stück Mandeln am Tag genossen, senken den Cholesterinspiegel und führen ebenso wie die Paradeiser durch Folsäure zur Neubildung von Zellen. Die in Oliven enthaltene Ölsäure senkt den Blutdruck, schützt das Herz und verbessert das Verhältnis von HDL zu LDL-Cholesterin, also von sogenanntem "gutem" zu "schlechtem" Cholesterin.

Am Ende seines Vortrags präsentierte Franz Dallinger noch seine Lieblingsrezepte für Liptauer mit Salzgebäck und selbstgemachtem schnellen Brot mit Kürbiskernen und verwies abschließend auf eine der gesündesten Gemüsearten, dem Stangenzeller. Neben vielfältigen Vitaminen und Nährstoffen enthält dieser sekundäre Pflanzenstoffe, die das Herzkreislaufsystem unterstützen und bereits vor Tausenden von Jahren insbesondere bei rheumatischen Beschwerden oder Bluthochdruck eingesetzt wurde.

Text: Angelika Vötsch-Rosenauer; Fotos: Angelika Vötsch-Rosenauer, pixabay

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