Ursache für die lymphozytäre Gastritis enttarnt
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24.03.17
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Ursache für die lymphozytäre Gastritis enttarnt

Ursache für die lymphozytäre Gastritis enttarnt

Akne-Bakterium im Magen-Darm-Trakt führt zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems

Forscher der Medizinischen Universität Graz haben die Ursache für die Entstehung der lymphozytären Gastritis geklärt. Sie sind im Mikrobiom des Magens auf eine Bakterienart gestoßen, die eigentlich mit der Entstehung von Akne in Zusammenhang gebracht wird. Auf dieses schießt der Körper mit scharfer Waffe zurück, was zu der Entzündung führt. Die Ergebnisse wurden im "Journal of Pathology" vorgestellt.

Die lymphozytäre Gastritis ist eine sehr seltene Form der Erkrankung der Magenschleimhaut, bei der vermehrt intra-epitheliale Lymphozyten nachweisbar sind. "Bisher war der Auslöser dieser Erkrankung ungeklärt", schildert Erstautorin Ana Montalban-Arques. Dem Team um die Wissenschaftlerin ist es gelungen, das Propionsäure produzierende Propionibacterium acnes als Krankheitsursache, sowie den zugrunde liegenden immunologischen Mechanismus zu identifizieren.

Ein angeborener Immunmechanismus wird im Magen ausgelöst

Im Magen werde durch die kurzkettigen Fettsäuren der Propionsäure ein angeborener Immunmechanismus ausgelöst, erklären die Forscher. Dieses NKG2D-System spielt u.a. bei der Glutenunverträglichkeit eine Rolle, ist aber auch dafür bekannt, dass es der Entstehung von Tumoren entgegenwirkt. Die Aktivierung des NKG2D-Systems im Magen führt dazu, dass zytotoxische T-Zellen ausgeschüttet werden, die als Immunantwort das Gewebe des Magens angreifen.

Gegen das Bakterium Helicobacter Pylori wird das NKG2D-System offenbar nicht auf die selbe Weise aktiv, wie im Zuge der Studie erkannt wurde. Offensichtlich hat das Bakterium einen Weg gefunden, um das Immunsystem auszutricksen. Die Grazer Forscher vermuten nun, dass das Bakterium das NKG2D-System spezifisch modulieren und damit eine Immunstimulation umgehen kann, so dass letztlich keine Aktivierung von T-Zellen erfolgt. Dadurch könne die Entstehung von Magenkrebs begünstigt werden.

Quelle: Journal of Pathology/APA

Bildquelle: APA/HELMUT FOHRINGER

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