Prostatakrebs


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Was ist ein Prostatakarzinom?

Das Prostatakarzinom (Prostatakrebs) ist eine bösartige Tumorerkrankung der Vorsteherdrüse (Prostata) beim Mann, die in erster Linie durch sein langsameres Wachstum im Unterschied zu anderen bösartigen Tumoren gekennzeichnet ist. Allerdings kann die Erkrankung völlig unterschiedliche Verläufe zeigen und auch mit sehr schneller Progression einhergehen.

Was ist die Prostata überhaupt und welche Funktion hat sie?

Die Prostata ist eine kastaniengroße Drüse, die bis zu 20 Gramm wiegt und zu den männlichen Geschlechtsorganen gehört. Sie liegt unterhalb der Harnblase und direkt vor dem Mastdarm und umgibt die Harnröhre. Die primäre Rolle der Vorsteherdrüse besteht in der Produktion eines Sekrets, das mit den Spermien gemischt wird und das Sperma bildet.

 

Die Prostata ist Teil der männlichen Geschlechtsorgane
und an der Produktion der Samenflüssigkeit beteiligt.

 

Ist eine vergrößerte Prostata ein Anzeichen von Prostatakarzinom?

Ab dem 50. Lebensjahr kommen bei fast allen Männern Veränderungen der Vorsteherdrüse vor. Oft handelt sich dabei um eine gutartige Vergrößerung der Drüse, die sog. benigne Prostatahyperplasie (BPH, auch benignes Prostatasyndrom genannt). Diese wird i.d.R. nicht als Erkrankung, sondern als ein altersbedingter Prozess eingestuft.

 

Obwohl die Symptome der BPH, nämlich öfterer nächtlicher Harndrang, abgeschwächter Harnstrahl sowie Schwierigkeiten beim Wasserlassen, ähnlich wie diese des Prostatakarzinoms sind, hat eine vergrößerte Vorsteherdrüse nichts mit dem Karzinom oder mit dem Krebsrisiko zu tun.

 

Klicken Sie auf das Bild, um unser Video-Interview mit Dr.Michael Blessing, Facharzt für Urologie, zum Thema gutartige Prostatavergrößerung zu sehen:

 

Wie häufig ist Prostatakrebs?

Laut aktuellem Forschungsstand ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Seit Anfang der 90er Jahre nimmt die Inzidenz der Erkrankung stetig zu, was wohl auf die Einführung neuer Verfahren zur Früherkennung wie etwa das PSA-Screening zurückzuführen ist, wodurch mehr Prostatakarzinome rechtzeitig erkannt werden. Schätzungsweise sind zwischen 15 und 20 Prozent der Männer irgendwann im Leben von der Erkrankung betroffen. In Österreich erkranken im Jahr ca. 5.000 Männer (4.820, Statistik Austria, 2011).

Sterblichkeit bei Prostatakrebs

Laut Statistik sterben rund 2,6 Prozent der Patienten an dieser Tumorerkrankung. In Österreich sind es jährlich ca. 1.000 Todesfälle.

In welchem Alter tritt Prostatakrebs auf?

Das Krankheitsrisiko steigt mit dem zunehmenden Alter, wobei das Durchschnittsalter der Betroffenen 66 Jahre beträgt. Jedoch erkranken in den letzten Jahren immer mehr jüngere Männer daran.

Ab welchem Alter sollten Männer zur Vorsorgeuntersuchung?

In der Regel wird jedem Mann ab 45 eine jährliche Vorsorgeuntersuchung empfohlen, um rechtzeitig auf ein mögliches Karzinom darauf zu kommen. Allerdings sind Männer mit familiärer Vorbelastung, wenn also Vater und/oder Bruder bereits Prostatakarzinom haben, über zweimal mehr davon gefährdet – in solchen Fällen wird es schon ab dem 40. Lebensjahr zum jährlichen Screening geraten. Die Familienanamnese hat einen hohen Stellenwert hinsichtlich der Abklärung des Krebsrisikos und sollte demnach regelmäßig auf den aktuellen Stand gebracht werden, um mögliche Krebserkrankungen früher zu erkennen.

 

Früh erkannt ist besser heilbar:
gilt auch für die Vorsteherdrüsenkrebs-Vorsorge.

 

Wie entsteht Prostatakrebs?

Obwohl bis dato keine eindeutigen Auslöser bekannt sind, gelten als Hauptrisikofaktoren an erster Stelle ein fortgeschrittenes Alter sowie eine familiäre Prädisposition. Die Zugehörigkeit zu bestimmter Volksgruppe als Risikofaktor wird im Rahmen der Krebsforschung auch häufig diskutiert, da die Inzidenz der Erkrankung laut Studien durchaus höher in den USA und in Schweden als bspw. in China und Japan ist.

 

Die wichtigsten Risikofaktoren im Überblick:

  • Fortgeschrittenes Alter: das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken steigt im Alter - etwa bei jedem sechsten Mann über 50 entdecken Ärzte den Tumor;

  • Genetische Veranlagung: Männer, bei denen in der nahen Verwandtschaft Prostatakrebs vorgekommen ist, haben ein etwa zweimal höheres Risiko, ebenfalls zu erkranken;

  • Volksgruppe: die Erkrankung kommt in Europa und Nordamerika relativ häufig vor, in dem asiatischen Raum hingegen eher selten.

Weitere Risikofaktoren:

  • Hormone: altersbedingte hormonelle Veränderungen erhöhen das Risiko;

  • Chronische Infektionen der Vorsteherdrüse.

Zunächst könnte auch der Lebensstil an der Entstehung von Prostatakrebs beteiligt sein, darunter vor allem:

 

  • Rauchen, das sowieso ungesund ist, ist auch bei Vorsteherdrüsenkrebs ungünstig und verschlechtert die Prognose, unabhängig davon ob vor oder nach der Diagnose geraucht wird;
  • Erhöhter Alkoholkonsum;
  • Übergewicht: eine Reduktion des Übergewichts wird von der Amerikanischen Krebsgesellschaft (ACS) als vorbeugende Maßnahme gegen Krebs empfohlen;
  • Ernährung: u.a. der erhöhte Zuckerkonsum, jener von verarbeiteten Lebensmitteln, die chemische Stoffe enthalten sowie der erhöhte Verzehr von rotem Fleisch werden möglicherweise als Risikofaktoren betrachtet.

Viele verschiedene Lebensmittel werden auf ihre Wirksamkeit bei der Prävention von Prostatakrebs untersucht. Daraus lassen sich allerdings derzeit keine eindeutigen Empfehlungen für eine spezifische Diät ableiten. Vor allem gilt es, Männern dazu zu motivieren, ihre Ernährung auf eine gesunde (sprich: fettarme, ballaststoffreiche) Kost umzustellen.

 

Wie manifestiert sich Prostatakrebs?

 

Bei mehr als die Hälfte der Patienten verursacht diese tückische Erkrankung keine Beschwerden. Typisch ist das langsame Fortschreiten mit fast keinen oder schwachen, unspezifischen Beschwerden, die sehr oft der Symptomatik einer benignen Prostatahyperplasie (BPH / Störungen beim Wasserlassen) ähneln. Aus diesem Grund wird die Erkrankung meist zu spät diagnostiziert, wenn das Karzinom schon fortgeschritten ist und die Heilungschancen ziemlich schlecht sind.

 

Oft macht sich der Vorsteherdrüsenkrebs erst nach längerer Zeit bemerkbar.

 

Häufig treten die ersten Anzeichen erst dann auf, wenn der Tumor in den Beckenlymphknoten und/oder in den flachen Knochen wie Rippen, Beckenknochen, Wirbelsäule etc. metastasiert ist. Daher könnten Beckenschmerzen die erste Manifestation der Krankheit sein.

 

Umso wichtiger ist die regelmäßige, aktive Prophylaxe bei Männern ab dem 45. Lebensjahr, die dazu beitragen kann, die Erkrankung vor der Entwicklung von Metastasen und fortgeschrittenen Stadien zu diagnostizieren. Je frühzeitig der Tumor erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschanchen.

 

Die Warnzeichen im Überblick:

  • Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen und beim Samenerguss;
  • Blut im Urin und/oder in der Samenflüssigkeit;
  • Erektionsprobleme;
  • Beckenschmerzen.

 

Wie lässt sich Prostatakrebs rechtzeitig erkennen?

 

Auch bei dieser Krankheit ist die Früherkennung die wichtigste Komponente eine erfolgreichen Behandlung. Umso wichtiger ist es, das Risiko ernst zu nehmen und dem Alter entsprechend einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Denn: bei frühzeitiger Diagnose sind die Heilungschancen ausgezeichnet.

 

Klicken Sie auf das Bild, um über die bestehenden Möglichekiten zur Früherkennung von Dr. med. Michael Eisenmenger, Facharzt für Urologie und Andrologie, im Video zu erfahren:

 

 

 

Derzeit bestehen folgende Möglichkeiten, um Prostatakarzinom zu diagnostizieren:

  • PSA-Test: Im Rahmen eines PSA-Tests werden mittels Blutabnahme die PSA-Werte (prostataspezifisches Antigen-Werte) bestimmt. Allerdings bestehen immer noch einige Prostatakarzinomarten, die nicht über den PSA-Wert festgestellt werden können. Hierfür bietet sich die digital-rektale Untersuchung;
  • Die digital-rektale Untersuchung ist wohl die einfachste und schnellste Methode, wodurch der Facharzt für Urologie mit dem Finger über den After die Lage und die Form der Prostata beurteilen kann;
  • Prostatabiopsie: Wenn nach einem PSA-Test bzw. nach einer digital-rektalen Untersuchung der Verdacht auf Prostatakrebs besteht, kann eine Prostatabiopsie – Gewebeentnahme aus dem entsprechenden Bereich – notwendig sein, um die Diagnose sicher zu stellen;
  • Eine weitere Möglichkeit zur ergänzenden Abklärung bei vergrößerter Prostata, bei erhöhtem PSA-Wert sowie bei einem verdächtigen Rektalbefunde bieten die bildgebenden Methoden des transrektalen Ultraschalls (TRUS) sowie der Elastographie.

Den richtigen Spezialisten für Prostata-Diagnostik finden Sie hier.

 

Wofür steht die Abkürzung PSA?

 

PSA ist die Abkürzung für prostataspezifisches Antigen – ein Eiweißkörper, der ausschließlich von den Zellen der Vorsteherdrüse des Mannes produziert und mit der Ejakulation ausgeschieden wird. Dieser hat eine physiologische Funktion in der Samenflüssigkeit.

 

Da ein Zusammenhang zwischen dem PSA-Wert im Blut und der Wahrscheinlichkeit Prostatakrebs zu haben besteht, dient das prostataspezifische Antigen in der klinischen Routine als Organmarker bei Diagnose und Früherkennung von Prostatakarzinomen.

 

Umstrittener PSA-Test:
nicht jeder erhöhte PSA-Wert bedeutet zwangsläufig Prostatakrebs.

 

 

Was bedeutet ein erhöhter PSA-Wert?

 

Ein erhöhter Prostata-Wert könnte sowohl einen Reizzustand (bspw. durch Radfahren oder Reiten verursacht) als auch eine Erkrankung wie etwa eine gutartige Prostatavergrößerung, eine Prostataentzündung (Prostatitis), aber eben auch Prostatakrebs indizieren.

 

Der normale PSA-Wert beträgt 1 bis 4 ng/ml, während es angenommen wird, dass bei Werten zwischen 4 und 10 ng/ml die Wahrscheinlichkeit für einen Karzinom bei etwa 25 Prozent liegt.

 

Jedoch gibt es auch Karzinome, die einen nicht-erhöhten PSA-Wert aufweisen – ca. 10 bis 15 Prozent der Betroffene haben einen normalen oder sogar einen niedrigen Wert. Deswegen ist es wichtig zu verstehen, dass ein erhöhter PSA-Wert nicht zwingend Vorsteherdrüsenkrebs bedeutet, allerdings trägt er als wesentliche Komponente der Diagnostik (neben der Tastuntersuchung, der Biopsie und dem Ultraschall) zu einem ziemlich genauen Bild der Erkrankung bei.

 

Selbst das Risiko für Prostatakarzinom senken – wie geht das?

Mittlerweile sind sehr gute Möglichkeiten aus der Naturheilkunde bekannt, um Prostatabeschwerden vorzubeugen. Wissenschaftlich belegte Wirkung haben bspw. Kürbiskerne und Kürbiskernöl

Weitere pflanzliche Öle wie etwa Lein-, Raps- sowie Hanföl sollten auch eine positive präventive Wirkung haben.

Unter anderem wird Flavonoiden, die in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, einer krebshemmenden Wirkung zugeschrieben. Gute Quellen hierfür sind bspw. Äpfel, Zitrusfrüchte, Beeren sowie grüner Tee. Diversen wissenschaftlichen Berichten zufolge sollte grüner Tee tatsächlich eine protektive Wirkung hierbei besitzen (siehe hier).

Lycopin, der rote Farbstoff, der in Tomaten und Tomatenprodukten in hohen Mengen vorzufinden ist, hat eine wissenschaftlich belegte positive Wirkung: demzufolge haben Männer, die regelmäßig Lycopin (in Form von Tomaten, Tomatensaft, Tomatenmark, Nahrungsergänzungsmitteln etc.) einnehmen, ein um 25 Prozent geringeres Risiko für Prostatakarzinome.

Brokkoli, Kresse, Kohl & Co. wird auch eine krebshemmende Wirkung zugesprochen, da diese Sulforaphan enthalten, das gewisser Formen onkologischer Erkrankungen verhindert. Allerdings zeigen Studien, dass Sulforaphan die Entwicklung von Prostatakrebs im Frühstadium bremst, aber bei einer fortgeschritteneren nicht hilfen kann.

 

Moderater Rotweingenuss (ca. 1 Glas pro Tag) soll einen leicht protektiven Effekt dank der darin enthaltenen Polyphenole haben.

 

Moderate Bewegung. Regelmäßige richtig dosierte sportliche Aktivitäten wie z.B. Radfahren, Tennis, Jogging oder Schwimmen, aber auch Entspannungs- und Stretching-Übungen sowie Yoga eignen sich zur Prävention der Erkrankung. Dabei wird zwischen 30 und 60 Minuten mäßige bis starke Anstrengung neben den Alltagsaktivitäten an mindestens fünf Tagen in der Woche von der Deutschen Krebsgesellschaft empfohlen.

 

All diese Empfehlungen sind günstig als primäre Präventionsmaßnahmen, können allerdings die Erkrankung keinesfalls komplett aufhalten. Obwohl es wichtig ist, sich abwechslungsreich und ausgewogen zu ernähern, darf man nicht vergessen, dass es leider keine Wunderdiät gegen Krebs gibt.

 

Ist Prostatakrebs heilbar?

 

Die Behandlung des Prostatakarzinoms hängt in erster Linie vom Erkrankungsstadium ab:

 

  • Im Frühstadium, wenn das Karzinom sich innerhalb der Prostata befindet (lokal begrenztes Prostatakarzinom), sind die Heilungschancen durch Operation, aktive Überwachung oder Bestrahlung ausgesprochen gut;

 

  • Bestehen bereits Tochtergeschwülste (fortgeschrittenes Prostatakarzinom), können verschiedene Therapieansätze wie etwa Strahlentherapie, Chemotherapie und/oder Hormontherapie einzeln oder kombiniert eingesetzt werden, um den Krankheitsprozess zu bremsen, die Lebenserwartung zu verlängern und Beschwerden zu lindern.

 

Welche Behandlungsmethoden gibt es bei Prostatakrebs?

 

Die Krankheit stellt eine multidisziplinäre Herausforderung dar, mit welcher sich verschiedene Fachbereiche der Medizin (u.a. Urologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie, Chirurgie) auseinandersetzen. Dabei kommen je nach individuellen Umständen verschiedene Therapieoptionen in Frage:

 

  • aktive ärztliche Überwachung (active Survelilance): dabei werden Patienten regelmäßig vom Facharzt kontrolliert – wenn keine Veränderungen des Karzinoms zu beobachten sind, wird nicht behandelt; falls der Tumor doch fortschreitet, erfolgt i.d.R. eine radikale Prostatektomie;
  • radikale Prostatektomie – die komplette Entfernung der Vorsteherdrüse durch Operation; diese wird meist bei lokal begrenztem Prostatakarzinom eingesetzt;
  • äußere (Teletherapie) oder interne (Brachytherapie) Strahlentherapie: bei fortgeschrittenen Stadien, wenn Metastasen schon aufgetreten sind;
  • komplette bzw. maximale Androgenblockade – die Hormontherapie wird bei fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung eingesetzt, um die Produktion von männlichen Geschlechtshormonen (Androgene) zu hemmen;
  • Chemotherapie: wenn die operative Behandlung keine deutliche Ergebnisse gebracht hat bzw. wenn sich im Körper schon Metastasen verbreitet haben, wird Chemotherapie eingesetzt, um den Krankheitsprozess aufzuhalten.

 

Wichtig ist zu unterstreichen, dass nicht jedes Karzinom operiert werden muss. Es hängt stark von der individuellen Diagnose ab – bei manchen Patienten reichen allein minimal-invasive Eingriffe oder die aktive Überwachung. Die Treffsicherheit in puncto Diagnose wird heute deutlich durch die Möglichkeiten der Präzisionsmedizin und der individuell angepassten Therapien erhöht.

 

Bei der Suche nach der richtigen Behandlung berücksichtigen Ärzte
die persönlichen Lebensumstände des Patienten.

 

Welche Risiken birgt die radikale Prostatektomie?

 

Die Nebenwirkungen der Radikaloperation sind vor allem mit möglichen Potzenzstörungen (erektile Dysfunktion bzw. Impotenz) durch die Schädigung der Nerven bei der Operation sowie Harninkontinenz durch die Schädigung des äußeren Schließmuskels verbunden. Dasselbe gilt auch für die Strahlentherapie.

 

Nachsorge und Rehabilitation nach einer radikalen Prostatektomie

 

Laut dem deutschen onkologischen Leitlinienprogramm besteht die Zielsetzung der Rehabilitation nach einer radikalen Prostatektomie vor allem in:

 

  • der Therapie der möglichen postoperativen Funktionsstörungen (Harninkontinenz und erektile Dysfunktion);
  • der Wiederherstellung der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit;
  • der Wiederbefähigung zur Teilnahme am normalen sozialen Leben;
  • soweit der Patient noch im Berufsleben steht, in dem Erhalt oder der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit.

Die Rehabilitation sollte fachurologisch und mittels multidisziplinärer, multimodaler Therapiekonzepte erfolgen.

 

Gibt es auch experimentelle Behandlung bei Prostatakrebs?

 

In der Onkologie wird schon lange nach Behandlungsverfahren bei Prostatakrebs gesucht, die weniger Nebenwirkungen haben als die etablierten Behandlungen wie eine Prostatektomie oder eine Strahlentherapie. Zu den häufig nachgefragten experimentellen Verfahren bei Prostatakrebs zählen unter anderem:

 

  • Kryotherapie (Kältetherapie): eine relativ neue Methode der minimal-invasiven Therapie, bei welcher die Tumorzellen durch Kältebehandlung zerstört werden; die Kältetherapie eignet sich nur bei Tumoren, die sich noch im Frühstadium befinden. Die Wirksamkeit der Kältetherapie ist allerdings bisher nicht ausreichend untersucht worden;
  • Hyperthermie: Mit Überhitzung soll das Prostatakarzinom samt umgebendem Gewebe mit nur örtlicher Behandlung zerstört werden; Behandlungsnebenwirkungen im Vergleich zu traditionellen Verfahren sind reduziert;
  • Hochintensiv fokussierter Ultraschall (Hochintensivierte fokussierte UltraschallchirurgieHIFU): dabei wird das betroffene Prostatagewebe mit hochenergetischen Ultraschallstrahlen zerstört, ohne die Prostata entfernen zu müssen.
  • Laserfasern-Behandlung (sog. Tookad-Verfahren): ein relativ neues Verfahren, das bei wenig agressiven Formen der Erkrankung eingesetzt werden kann und mittels Laserlicht ein Medikament aktiviert, welches nur die vom Krebs betroffene Stelle des Organs gezielt angreift und das Krebsgewebe zerstört.

Bis dato sind keine überzeugenden Studienergebnisse hinsichtlich der experimentellen Verfahren zur Behandlung von Prostatakarzinomen bekannt, die diese Methoden als klinische Routine etablieren können. Diese Methoden werden als "experimentell" eingestuft und sollten ausschließlich im Rahmen kontrollierter Studienprotokolle nach internationalem wissenschaftlichem Standard angeboten werden.

 

Kann man nach Alternativmedizin für die Behandlung von Prostatakrebs suchen?

Viele Krebspatienten suchen nach natürlichen Heilmitteln der Alternativmedizin (Traditionelle Chinesische Medizin, Akupunktur, Phytotherapie, Homöopathie, Ayurveda

etc.), um das Wohlbefinden zu verbessern und die Nebenwirkungen der konventionellen Krebsbehandlungen zu vermeiden bzw. zu lindern.

 

Dabei sollte die Alternativmedizin niemals als Ersatz, sondern nur als Ergänzung zur Schulmedizin verwendet werden.

 

Jedenfalls sollte man sich besonders gut bei dem behandelnden Arzt vorab informieren, weil es auch bei alternativmedizinischen Behandlungen zu Nebenwirkungen sowie zu Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten kommen kann.

 

Da es zu den Naturheilverfahren oft evidenzbasierte Studien fehlen und zu den verwendeten Wirkstoffen oft sehr wenig bekannt ist, sind diese kritisch zu beurteilen.

 

In der Krebshilfe-Broschüre „Das ABC der komplementären Maßnahmen“ finden Sie umfassende Information über sinnvolle ergänzende Therapien. Sie ist kostenlos bei der Österreichischen Krebshilfe erhältlich.

 

 

Sind Sie selbst vom Prostatakrebs betroffen? Die Selbsthilfe Prostatakrebs bietet Unterstützung.

 

Die Prostatakrebs-Leitlinien (Stand 2018) der Europäischen Gesellschaft für Urologie finden Sie hier.

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