Sterberate bei Darmkrebs durch Vorsorgekoloskopie stark gesunken
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19.04.17
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Sterberate bei Darmkrebs durch Vorsorgekoloskopie stark gesunken

Sterberate bei Darmkrebs durch Vorsorgekoloskopie stark gesunken

Eine aktuelle Studie an der MedUni Wien belegt: durch die ausgezeichneten Vorsorgemaßnahmen in Österreich wurde ein Rückgang der Neuerkrankungen als auch Sterbefälle durch Darmkrebs erreicht.

Hohe Vorsorgequalität in Österreich belegt

Eine aktuelle Studie unter der Leitung von Dr. Monika Ferlitsch (Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien und des AKH Wien sowie Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien), in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (OEGGH) sowie des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger und der Österreichischen Krebshilfe, belegt die hohe Qualität der heimischen Vorsorgekoloskopien (Darmspiegelungen). Diese bilden laut Studie einen wesentlichen Beitrag zu dem erfreulichen Rückgang der Inzidenz (Neuerkrankungen) an Darmkrebs um 20% (Bemessungszeitraum: letzten zehn Jahre) sowie der Mortalität (Sterberate) um 30%.

Die Qualität der Darmspiegelungen wurde im Rahmen eines Qualitätssicherungsprojekts im Zeitraum zwischen 2007 und 2014 an 159.246 Vorsorgekoloskopien evaluiert. Es musste zwar eine Progredienz (Zunahme) der Anzahl von frühen Krebs-Vorstufen, sogenannten „Adenomen“, im Beobachtungszeitraum verzeichnet werden, jedoch ging die Anzahl der fortgeschrittenen Veränderungen signifikant zurück.

„Das Ergebnis belegt, dass sich die Qualität der Vorsorgeuntersuchungen klar verbessert hat. Wir entdecken Veränderungen früher und häufiger und verhindern damit, dass Tumoren überhaupt entstehen oder sich Metastasen entwickeln können“, so Ferlitsch.

 

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Österreich

In Österreich erkranken ca. 4.700 Mensch an Dickdarmkrebs, es handelt sich somit um die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern und die zweithäufigste bei Frauen.
Der menschliche Darm wird in Dünndarm, Dickdarm (Colon) und Analbereich unterteilt. Krebserkrankungen im Dünndarmbereich sind sehr selten, spricht man von „Darmkrebs“ ist meistens ein Rektum- oder Colonkarzinom gemeint. Da über 90% aus einer Entartung von sogenannten Darmpolypen (Adenome) entstehen, resultiert die effektive Vorbeugung aus einer Entfernung dieser. Dies geschieht im Rahmen einer Koloskopie (Darmspiegelung), die mittlerweile tagesklinisch (kein längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich) oder ambulant bei niedergelassenen Ärzten durchgeführt wird.

Wichtigste Symptome: Verändertes Stuhlverhalten (Durchfall oder Verstopfung unklarer Genese), Blut im Stuhl (schwarzer oder roter Stuhl), Schmerzen (oft erst später), Gewichtsverlust.

 

Darmspiegelung – eine schnelle und effektive Vorsorgemaßnahme

Bei dieser Untersuchung wird ein Endoskop rektal (über das Rektum) eingeführt. Mittels Computer-Chip im Endoskop kann man die Echtzeitbilder während der Untersuchung auf einem Bildschirm verfolgen und bei Notwendigkeit suspekte Bezirke biopsieren (eine kleine Gewebsprobe entnehmen) oder Polypen gleich entfernen. Eine Prämedikation (Analgosedierung) ermöglicht eine schmerz- und stressfreie Untersuchung für die Patienten. Lediglich die Darmentleerung vor der Koloskopie bleibt den Patienten leider nicht erspart.

 

MedUni Wien lädt zum Kongress der Europäischen Darmkrebs Vereinigung ein

Thema des 10. Kongresses der Europäischen Vereinigung für Kolorektalkrebs (EFR), der von 20. – 22. April 2017 im Hörsaalzentrum der MedUni Wien tagt ist die Diagnose „Darmkrebs“ und ihre Therapie. Man erhofft sich eine Intensivierung des internationalen Austausches innerhalb der Dickdarmkrebs-Forschung.

Die transanale Operationstechnik, die Roboterchirurgie in der Krebschirurgie, ein Update der klinischen Guidelines zum Thema „Kolorektales Karzinom“, die, auch an der Medizinischen Universität Wien durchgeführte, kombinierte Operationstechnik mit Chemotherapie – Hipec und das Thema Inkontinenz und Sexualstörungen bei DickdarmkrebspatientInnen bilden die Kernthemen des Kongresses.

Quelle: Presseaussendung MedUniWien Wissenschaft Populär
https://www.krebshilfe.net/uploads/tx_brochure/darmkrebs_0313.pdf

 

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